Unsere Lieder von damals waren so kitschig. So wie die Jugend kitschig ist, im besten Sinne. Wir hörten sie pausenlos. Konnten jedes Wort mitsingen. Wie sehr alles überladen mit Leben und neu war. So wie die 90er waren. So wie wir waren, träumten. Wie wir uns versprachen zu sein.
Autor-Archive:pistolenkind
Das Wunder
Das Wunder der Literatur liegt nicht einfach in der Schönheit der Sprache. Aber durch diese Schönheit wird alles so viel näher gerückt, was sich sonst im Grenzland der Seele nicht ausdrücken lässt. Dinge die wir alle schon einmal gefühlt haben, ganz nah auf unseren Sinnen, oder als ein fernes Gefühl der Sehnsucht, die uns irgendwie„Das Wunder“ weiterlesen
Kuckucksei
Manchmal überschneiden sich Leben, weil man miteinander verwandt ist, die so gar nicht zusammenpassen. Vielleicht ist man das Kind solcher Menschen, oder ist füreinander Brüder und Schwestern. Dann hat man das ganze Leben bereits neben der Spur begonnen. Weil man in etwas hineingeboren wurde das einem immer das Gefühl gibt am falschen Ort zu sein.„Kuckucksei“ weiterlesen
Alte Häuser
Alte Häuser haben manchmal diesen Charme wilder anachronistischer Blumen. Vereinzelt stehen sie da, und verändern unseren Begriff von Zeit. Als ob jemand mit einem ganzen Gebäude aus der Vergangenheit in die Gegenwart gereist wäre, sind sie dem Versuch nicht aufzufallen verschrieben und dabei ganz still. Wäre die Stadt ein Gemälde, so ließe sich sagen, dass„Alte Häuser“ weiterlesen
Vergiss nicht…
Du darfst der Traurigkeit nicht alles glauben. Nur weil sie größer ist, stellt sie sich oft einfach so vor das Glück. Aber vergiss nicht, dass das Glück älter ist. Weil es schon lange davor zuerst bei dir war.
Vergeben und Verzeihen
Darin nämlich liegt für mich der Unterschied zwischen Vergeben und Verzeihen. Verzeihen kann ich nur dort, wo auch aufrichtige Reue empfinden wird. Dafür braucht es ein Einsehen und den gegenseitigen Willen, dass man seinen Weg auch gemeinsam fortsetzen möchte. Es bedeutet, dass wieder Friede herrscht, oder in manchen Fällen auch eher heilsame Neutralität um sich„Vergeben und Verzeihen“ weiterlesen
Über Zeit
Zeit ist die Füllmenge an Langeweile, die man fähig ist, in einem Moment zu empfinden. Vor allem aber, ist sie die Fähigkeit, mit dem was man tun sollte zu warten, bis man es nicht mehr tun kann, um dann zu behaupten, dass man es will, aber nicht schafft. Zeit ist ein Kontinuum, und als solches„Über Zeit“ weiterlesen
Das Gegenteil des Gefühls der eigenen Mitte
Und dann hast du dieses Gefühl einer letzten Zigarette, einer Letzten, weil es niemals wirklich die Letzte ist, sondern viele Letzte sind, und dieses spezifische Gefühl hast du, weil du mit etwas aufhören musst, aber noch nicht loslassen willst. Du durchlebst die gesamte lange Diskrepanz von Wille und Entscheidung, weil du alles in diesen Entschluss„Das Gegenteil des Gefühls der eigenen Mitte“ weiterlesen
Plätzchen
Die Teigrolle die zwischen uns hin und her gerollt wurde, war der wichtige Teil unseres Gesprächs ohne Worte. Der rohe Teig war unsere Verbindung, eingeschneit mit Mehl in diesem schweigenden Moment. Dazu die Musik deiner Hände, die mir das Gefühl gab dein Komplize zu sein. Diese Fährte die deine Fingerspitzen im Mehl hinterlassen haben! Als„Plätzchen“ weiterlesen
Viele Jahre schmiedeten meine Jugend
Wie langsam die Zeit in der Jugend verging, und wie lange ich ein Teenager war, auch wenn im Rückblick alles so schnell vergangen scheint. Jedes Jahr begann mit einer Geburt im Frühling, dann eine Hochzeit mit dem Leben im Sommer, die langen unsicheren Tage des Herbsts, welche auch als sie noch Gegenwart waren, sich schon„Viele Jahre schmiedeten meine Jugend“ weiterlesen