Nicht-Begrüßungen II

Und ich werde überfallen, wenn ich nach Hause komme. Sie quatschen und quatschen als müssten sie jemand Stummes mitkompensieren, und doch reden sie nicht mit mir, nur mit sich, schließlich sind sie zu viert. So wie Du Dir wünscht, seine Gunst den ganzen Tag zu umwerben, so hätte ich manchmal, aber nur manchmal mehr Ruhe.

Das beschissene System

Viele Jahre befasse ich mich mit den staatlich auferlegten Zwängen. Mir fiel dabei auf, dass die einzige wirkliche verpflichtungsfreie Zeit die von null bis zum sechsten Lebensjahr ist. Interessant, weil zumindest ich mich erst ab meinem vierten, wenn nicht fünften Lebensjahr erinnern kann. Gehe ich jetzt vom fünften Lebensjahr aus, so hatte ich keine zwei„Das beschissene System“ weiterlesen

Damals

Wenn Du ein krankes Familienmitglied hast, möchtest Du nichts sehnlicher als Normalität. Selbst als Kind empfand ich Scham, mir das zu wünschen. Und um eins dranzusetzen wünschst Du Dir nichts mehr als zu allen anderen zu passen. N-o-r-m-a-L zu sein, aber alles, was Du gespiegelt bekommst ist, dass Du so anders bist … Egal, ob„Damals“ weiterlesen

Ich habe so viel Wut in meinem Bauch, die kalt geworden ist. Darum fühlt sie sich an wie Traurigkeit. Wut gehört zu den Leidenschaften, einer Familie der Gefühle, die immer heiß bleiben muss. Sonst ist sie sich nicht mehr eins mit sich selbst, wird schwer wie Blei und sinkt in die Gedanken, wo sie unseren weiterlesen

Kritik

Ich arbeite mit vielen Menschen zusammen. Mit einigen freiwillig, bei anderen bin ich gezwungen. Wie das eben allen so geht. Dabei fiel mir etwas Wichtiges auf. Kritik kommt immer von unten! Menschen die weiter sind als Du, helfen und unterstützen. Aber Menschen die nicht weiter sind … Kritik kommt immer von unten!

Kaffeetasse

Ich halte die Kaffeetasse fest in beiden Händen, weil ich die ausstrahlende Wärme an meinen Handinnenflächen mag. Das ist das Schönste was Kaffee für einen tun kann, dir dieses Brutkastengefühl zu geben. Tröstlich mit den Fingerspitzen über den glatten Rand schlittschuhzulaufen.

Kotelettknochen hinterm Ohr

Warum haben wir Deutschen für fremde Menschen aus anderen Ländern mehr Bereitschaft zu spenden als für Menschen im eigenem Land? Ich hab ne Hypothese! Ich glaube ja, dass Westdeutschland nen Kotelettknochen hinterm Ohr hat, sie sind quasi so satt, dass sie den Welthunger stillen könnten. Nach dem zweiten Weltkrieg ging es immer weiter Richtig Wohlstand.„Kotelettknochen hinterm Ohr“ weiterlesen