Spiegel durch die Zeit

Das da auf diesem Foto war mein funfjähriges Ich, wie ich es selbst noch nie gesehen habe. Es gibt von mir sonst keine Bilder in diesem Alter. Ich war voll von einem Gefühl der Erkennens. Gleichzeitig zu meinem Sehen, war es als würde sich ein Druck der Erinnerung aufbauen. Die Bilder haben sich in mich„Spiegel durch die Zeit“ weiterlesen

Ein langer Anfang

„Bist du nicht wütend weil deine Mutter dich so oft geschlagen hat?“ Nein, ich bin überhaupt nicht wütend. Ich wünschte sogar es wäre so einfach. Ok, das stimmt eigentlich nicht ganz. Ich bin wütend wegen vieler anderer Dinge, die mich gar nicht so wütend machen sollten, aber nicht deswegen. Vielleicht habe ich Angst auf sie„Ein langer Anfang“ weiterlesen

Die Kraftwirkung zwischen Fürsorglichkeit und Freiheitsdrang

Zwischen kleinen Kindern und ihren Müttern herrscht eine Art Magnetismus, aus dem sie sich wieder und wieder freikämpfen, aber von dieser unsichtbaren Kraft schließlich doch wieder zurückgezogen werden. Wann immer eine Mutter mit ihren Kindern irgendwo steht, lässt es sich beobachten, die Kraftwirkung zwischen Fürsorglichkeit und Freiheitsdrang, während die Mutter mit den elektrischen Ladungen ihrer„Die Kraftwirkung zwischen Fürsorglichkeit und Freiheitsdrang“ weiterlesen

Das unverstanden Gebliebene und die Erinnerung

Das menschliche Gedächtnis in seiner Funktion ist faszinierend. Manchmal wohnt man Ereignissen bei, in Lebensjahren, in denen man noch nicht begreift, aber der innere Schreiber dokumentiert alles genauso wie es geschehen ist, ob man etwas nun verstanden hat oder nicht. Und weil diese Erinnerung ganzheitlich so intakt ist, stößt man fast unvermeidlich irgendwann wieder in„Das unverstanden Gebliebene und die Erinnerung“ weiterlesen

Sitznachbarn

Das geheime Postsystem der Schule funktionierte ziemlich gut. Man brauchte dafür nur einen willigen Sitznachbarn, um die kleinen handwarmen Zettelchen herumzureichen. Man sollte gar nicht glauben, wie verschworen Kinder solche kleinen Dienste aneinander leisteten. Vielleicht weil es sich um eine mikroskopische Rebellion gegen die Aufsicht durch die Erwachsenenwelt handelt, die niemals die Wichtigkeit solcher kleinen„Sitznachbarn“ weiterlesen

Kindheit – Oder die DDR. Part V

Der Unerreichbar-Joghurt Die DDR war mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an vielen Stellen unlogisch. Als wenn Bananen ein Volk bei Laune gehalten hätten. Pfff, was ein Unsinn. Heute mag ich die gelben Dinger gar nicht mehr. Affenfutter. Die dreimal im Jahr damals haben durchaus gereicht. Schließlich hatten wir kulinarisch noch andere Highlights, wie etwa Erstickungsanfall„Kindheit – Oder die DDR. Part V“ weiterlesen

Plätzchen

Die Teigrolle die zwischen uns hin und her gerollt wurde, war der wichtige Teil unseres Gesprächs ohne Worte. Der rohe Teig war unsere Verbindung, eingeschneit mit Mehl in diesem schweigenden Moment. Dazu die Musik deiner Hände, die mir das Gefühl gab dein Komplize zu sein. Diese Fährte die deine Fingerspitzen im Mehl hinterlassen haben! Als„Plätzchen“ weiterlesen