Alte Häuser

Alte Häuser haben manchmal diesen Charme wilder anachronistischer Blumen. Vereinzelt stehen sie da, und verändern unseren Begriff von Zeit. Als ob jemand mit einem ganzen Gebäude aus der Vergangenheit in die Gegenwart gereist wäre, sind sie dem Versuch nicht aufzufallen verschrieben und dabei ganz still. Wäre die Stadt ein Gemälde, so ließe sich sagen, dass diese Gebäude dessen mutigster Pinselstrich sein mögen. Dass darin seine Seele wohnt, verpackt in eine alte ausgediente Zeit. In etwas aus schwerer Luft und verblichenen Farben, wie ein sehr sehr altes Kind, mit nichts anderem beschäftigt als seinem mutterlosem Warten. Ich mag diese Häuser, weil sie Geschichten in einer Geschichte sind. Eine Stadt hat nicht nur, sondern ist selbst immer eine Geschichte, aber manchmal bestehen seine Wörter aus noch viel älteren Buchstaben, die schon oft verwendet wurden, um irgendetwas zu erzählen von dem niemand der es hörte mehr da ist, um sich noch zu erinnern. Also haben diese Häuser alles aufgegeben, lauschen und sind Anker in der Zeit. Ein langsamer Kern in einer immer schneller werdenden Welt.

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