Mr. Wackelauge und Mrs. Sexerzwingerin. Part VI

Schnell rutschte er direkt zu ihr heran. Joar … gefiel ihr hervorragend. Die Idee mit dem Sex auf dem Küchentisch drängte sich ohne Vorwarnung in ihr Hirn zurück.
Er hielt die ganze Zeit Augenkontakt und Nadine bemerkte, wie sie ihre Augen in Zeitlupe immer weiter aufriss, während ihre Lippen immer schmaler wurden und sich zu einer dünnen Linie formten.


»Du siehst wie ein potentielles Opfer aus einem Horrorfilm aus«, flüsterte er mit jetzt ebenfalls weit aufgerissenen Augen.
Er grinste …
»Du siehst nicht wirklich besser aus«, flüsterte sie ebenso leise zurück.

»Selber Opfer«, provozierte sie.


Er nickte wissend, sein Lächeln blieb.
Nadine verlor sich in diese jetzt riesigen Augen von Mr. Wackelauge und sie glaubte erneut daran, dass sich diese wundervollen blauen Kugeln 360 Grad drehten. Da war es wieder, dachte sie. Sie war am verrückt werden.

Hätte sie situativ echt schlechter treffen können …


»Ist. ES. noch. da.«, flüsterte er völlig amüsiert und noch leiser als zuvor. Offensichtlich stand er vor einem Lachkrampf, denn er zog zwanghaft seine Wangen nach innen, um nicht losprusten zu müssen.
»Jaaaaa«, schnaufte sie.

»Dir scheint der Ernst der Lage nicht bewusst«, nickte sie ihm todernst entgegen.
»Hm, Mrs. Sexerzwingern, was tun«, fragte er mit noch immer viel zu wenig Ernsthaftigkeit, fand Nadine.
»Du bist der Mann. natürlich musst du nachschauen«, flüsterte sie ungeduldig.
Er fixierte ihren Blick und war anscheinend heldengleich entschlossen, denn seine rechte Hand verschwand aus ihrem Blickfeld. Sie neigte ihr Kinn ein wenig und blickte der verschwunden Hand hinterher. Seine Hand wanderte auf ihren Oberschenkel.


»Andere Seite«, zischte sie. »Ok ok«, konterte er. Sie bemerkte die kleinen Nuancen seiner Berührungen, auch er hatte anscheinend Respekt vor dem Unbekannten.
Beide sahen sich an und er senkte seine Hand auf …
»Aaaahhhhhhhhhhh«, fuhr Nadine erschrocken zusammen.
»Tscht … ganz ruhig«, flüsterte er, seine linke Hand legte er unter ihr Kinn und hob es etwas an.


»Was ist es«, wollte sie von ihm wissen.
»Das!«, setzte er an und verfiel in eine opulente, ja melodramatische Pause …

(Länge der Pause für den Leser dargestellt.)

»ist mit Abstand die lustigste Aufforderung zur sexuellen Belästigung, die ich je erlebt habe«, feixte er.
»Bist du bereit dem Übeltäter ins Auge zu schauen«, fragte er gespielt heroisch. Nadine nickte nur noch, da sie nervös war, was jetzt kommen würde.
»Bereit«, vernahm sie von ihm und musste sich zusammenreißen, jetzt nicht ungeduldig zu werden und ihn anzuzicken.
Nun mach schon … zickten Engelchen, Teufelchen und natürlich sie selbst. Alle drei überlegten, wie sie ihn gleich anfallen würden, wenn er jetzt nicht mit der Sprache rausrückte.

***

Aus dem nichts riss er eine dritte Hand unterm Tisch vor und Nadine schrie wie am Spieß, während er sich vor Lachen nicht mehr einbekam. Er sah sie durchdringend an, schüttelte leicht seinen Kopf und prustete aus voller Seele, was sie irgendwie irritierte und auch verärgerte.

Da tatschte jemand Fremdes sie unterm Tisch an und er … lachte?
Sie zog ihre Augenbrauen tief nach unten, ihr Verstand setzte ein und sie begann damit die böse Hand zu begutachten. Als erstes stellte sie fest, dass die Hand in dem gleichen Langarmshirt steckte wie ihre Arme.
Nadine und der schrille Schrei verstummten.
Sie musterte die fremde Hand und erkannte ihr eigenes Armband aus Silber … seine Worte hallten nach. Was genau war es? Ihr Hirn rotierte und dann fiel es ihr wieder ein. Mit Abstand die lustigste Aufforderung zur sexuellen Belästigung, die er je erlebt hatte?

Sie sah ihn an, er lachte. Tränen rannen aus seinen Augenwinkeln, seine Haut rotgefärbt von den positiven Emotionen. Er sah toll aus, dachte sie. Nadine blickte auf ihre Schultern. Engelchen heulte riesige Krokodilstränen vor Scham und Teufelchen lachte sich schallend kaputt.
Diese Form des Blamierens würde sie als Königsdisziplin bezeichnen. Sie hatte es echt geschafft diese Herausforderung mit Eins plus zu bestehen.
»Es war meine Hand«, stellte sie nüchtern fest. Er nickte lachend, sein Oberkörper neigte sich weit nach vorn. Sein Gesicht tauchte direkt vor ihrem auf.


»Mein letztes Date ist sehr lange her«, sagte sie leise, dennoch selbstbewusst mit einer Prise Humor versehen. Sie wollte, dass er ihre Aufregung verstand, wobei das natürlich total dämlich war, denn Männer schafften es nicht mal, eines der 60 Stücken Butter im Kühli zu finden. Was wusste er schon, dachte sie und senkte ihren Blick nach unten, um diesem Moment zu entkommen. Ha ha ha selten so gelacht …


Als erstes bemerkte sie seinen warmen Atem an ihrem Ohr. Eher ein Rauschen, schnell, denn sein Brustkorb hob und senkte sich noch immer rasant, da er sich voll amüsierte.
Sie hörte, wie seine sinnlichen Lippen sich teilten, glasklar drang sein Einatmen zu ihr durch. Gänsehautwellen fluteten ihre Haut.
»Du bist wunderschön, Mrs. Sexerzwingern«, hauchte er in ihr Ohr, »das und nur das musst du wissen«, setzte er energischer hinterher.

Das wäre, dachte sie, der ideale Moment für die körperliche Liebe auf diesem Restauranttisch. Warum saßen sie denn hier in der Öffentlichkeit? Warum um Himmelswillen wollte dieser verfressene Geist ein Steak verspeisen?
Ihr Hirn setzte aus, als er begann ihr Ohrläppchen wie in Zeitlupe einzusaugen, sie hinterm Ohr zu küssen, dann spürte sie ihn am Bogen ihres Unterkiefers. Er blieb an ihrem Mundwinkel stehen und begann über ihre Lippen zu lecken. Im Schneckentempo, womit er hunderte kribbelnde Ameisen auf ihren Mund hinterließ.
Gerade als sie adäquat antworten wollte, nämlich das Shirt über den Kopf reißen, sich zur Musik tanzend ausziehen und dann ihm die Lumpen vom Leib zu reißen, über ihn herzufallen und endlich diesen verdammten Tisch zu nutzen …

Räusperte er sich?

Häääääää? Was war´n das jetzt fürn Scheiß, dachte Nadine und auch Mr. Wackelauge löste sich nur widerwillig. Beide schauten in das Gesicht des Kellners.

»Was darfs sein, die Herrschaften«, hörten sie hochgeschwollen von ihm.

Liebe aus dem Versagen heraus

Meine Mutter zu besuchen ist wie einen Mantel der Vergangenheit überzustreifen. Das warme Gefühl der eigenen Kindheit nochmal zu erleben. Aber die Erinnerung spielt einem Streiche. Meistens war meine Kindheit alles andere als schön, aber ich erinnere mich nicht so daran, wie sie gewesen ist, sondern so, wie sie hätte sein sollen. Seit ich nicht mehr bei meiner Mutter lebe, habe ich das Gefühl, dass sie mich wirklich liebt. Es sind ihre Verlustängste, die sie dazu bringen sich zu wünschen, dass sie es besser gemacht hätte. Und ich helfe ihr dabei das alles nochmal nachzustellen. Wir rücken an der Zeit herum, und finden ein bisschen näher zusammen. Dabei hilft es auch, dass sie alt geworden, und oft ist sie das Kind und ich der Erwachsene. Ich sage ihr jetzt oft, dass ich sie liebe, und spüre dabei ihr unendlich schlechtes Gewissen. Sie weiß, dass sie alles nochmal so machen würde, und vertraut auf meine Fähigkeit zu verzeihen. So ist das manchmal. Wir lieben die Menschen ohne wirklichen Grund, sondern weil wir in diese Rollen gefallen sind. Also machen wir das Beste daraus. Aber wir lieben uns gemeinsam aus unserem Versagen heraus, und das ist aufrichtig.

Mr. Wackelauge und Mrs. Sexerzwingerin. Part V

Lachend zog er sie in das sündhaft teure Restaurant. Nadine checkte gedanklich den Inhalt ihres Geldbeutels und musste feststellen, dass sie sich das hier definitiv nicht leisten konnte. So ein Steak mit Rotwein kostete mal eben über hundert Euro.

Alternativ, grinste sie lässig, könnte sie ja abwaschen, oder ihren Körper verkaufen. Sie strich den letzten Gedanken wieder. Der Kellner wies beiden den Platz, ein einsamer Tisch in der hinteren Ecke des Nobelschuppens. Spontan dachte sie an Sex auf dem Küchentisch. Spontaner verwarf das Engelchen diese Idee kopfschüttelnd.

»Blöde Kuh«, zischte Nadine. Sie setzten sich und Nadine sah, dass sich das Teufelchen die Hände rieb. Orrrr, worüber freute der sich denn jetzt? Steak? Wein? Sex? Küchentisch? Dass sie Engelchen gerade doof fand? Hörte das Kopfkino auch mal wieder auf? Also irgendwann im Leben?


»Wie heißt du eigentlich«, erstaunt über so viel Geistreiches, lächelten Nadine, Engelchen und Teufelchen souverän in sein wunderschönes Gesicht. Alle drei freuten sich diebisch, dass die Schüchternheit fürs Erste ad acta lag.
»Mr. Wackelauge und du«, fragte er und da war er wieder, der Schalk in seinen Augen. Das konnte er haben.
»Mrs. Sexerzwingerin«, konterte sie und wuchs erneut um drei Zentimeter.

Okay, okay, alle drei wuchsen um drei Zentimeter.
Anscheinend belustigte ihn dieser unfassbar, einzigartige und absolut geniale Konter, denn er vergrub sein Gesicht lachend hinter der Speisekarte. Sie tat es ihm gleich und steckte ihre Nase in die Karte. Als erstes suchte sie einen fruchtigen Bordeaux, der hervorragend zum Steak passte.


»Was trinken wir, Mrs. Sexerzwingerin«, seine Stimme klang leicht. Er hörte sich relaxed und zufrieden an, sie mochte das und fragte sich, ob er, nachdem sie ihn in ihrem Bett hatte, nur noch lallen würde, da sein Entspannungsfaktor ungeahnte Sphären betreten würde.


»Den hier«, Nadine drehte die Karte in seine Richtung und zeigte auf ihre Wahl.
»Welchen«, hörte sie ihn fragen, da er noch immer mit der Speisekarte beschäftigt schien. Nadine schaute auf den Namen des Weines und wusste nicht wirklich, wie der ausgesprochen wurde.
Teufelchen lachte. Prima, ganz klasse.
Château Vieux Coutelin 2011 Sie konnte das schon lesen. Aber wie sprach sie das nun elegant aus, schließlich hatte sie nie französisch.


»Hm«, merkte er an. Sie sah in sein Gesicht. Seine Mundwinkel zuckten.

»Gib zu, du kannst den Namen nicht aussprechen.«
Zugeben oder Abstreiten, überlegte sie kurz, entschied sich aber für Authentizität, schließlich konnte sie die zehn Kilogramm zu viel auch nicht weg atmen. Was wirklich sehr, sehr schade war.
»Erwischt«, gab sie zu und sein Gesicht nährte sich. Er grinste. Ganz kurz vor ihren Lippen hielt er inne.

»Hast du eigentlich eine Ahnung, wie schön du bist … und wie witzig?« Während er sprach, streiften seine Lippen ganz sanft ihren Mund. Würde seine Hand nicht direkt unter ihrem Kinn liegen, würde sie sich reflexartig umschauen, ob nicht irgendeine andere ganz witzige oder schöne Frau hinter ihr saß. Erneut küsste er sie, doch dieser Kuss war bedachter, langsamer und sie irre machend. Sie schmeckte ihn und war versucht, alles um sich herum zu vergessen, als sie etwas auf ihrem Oberschenkel fühlte.
Das ging jetzt aber zu weit. Ähm, zu schnell, denn weit stimmte so nicht, er saß ja fast auf ihrem Schoß.


War das billig oder genial?


Billig oder genial?


Billig oder genial?


Sex auf dem Tisch?


»Was ist«, wollte er von ihr wissen, da er merkte, dass sie stockte.
»Deine Hand auf meinen Oberschenkel«, stotterte sie mehr, als dass sie es normal aussprach.
Sie sah ihm ins Gesicht und bemerkte, wie seine linke und rechte Hand neben seinem Gesicht auftauchten.


»Hä«, jetzt war er verwirrt und es stellte sich die Frage, wessen Hand da NOCH IMMER ihren Oberschenkel streichelte?

Was ich am Schreiben lustig finde ist, dass ich in unregelmäßigen Abständen anfange alles, was ich bisher geschrieben habe, scheiße zu finden. Das ist gut, weil es in mir den Wunsch erweckt, und mir dabei hilft, mich zu verbessern. Verbessern im Sinne meiner Selbstwahrnehmung.

Erotische Problembeziehung statt netter Kerl

Ok, sie ist also mit einem richtig netten Kerl zusammen. Er liebt sie und behandelt sie mit Respekt, und sie weiß, dass er alles für sie tun würde. Aber ihre Leben driften langsam auseinander, wie das manchmal so ist, wenn die Umstände einfach nicht passen. Dann findet sie einen Job in einer anderen Stadt und macht Schluss, weil sie weiß, dass er ihr nicht folgen kann. Nach ihm lernt sie dann ein absolutes Arschloch kennen, mit dem sie aber gleichzeitig den Sex ihres Lebens hat. Es ist ne Liebe/Hass Beziehung und sie streiten sich dauernd, weil er ständig die selbe Scheiße anstellt, für die er sich dann wieder entschuldigt und schwört sich endlich zu bessern. Am Ende landen sie dann wieder im Bett, und habe ich schon erwähnt, dass der Sex verdammt gut ist? Irgendwann tritt dann wieder der Typ von damals in ihr Leben, dieser echt anständige Kerl, der jetzt auch hier lebt, und der sie immer auf Händen getragen hat. Sie treffen sich und irgendwie schlafen sie am Ende miteinander, obwohl sie ja jetzt mit einem anderen zusammen ist, aber der behandelt sie eben nicht gut, und irgendwie ist es auch ein Mitleids und gleichzeitig ein Vergangenheitsfick. Also macht sie mit diesem Dreckschwein Schluss und kommt wieder mit dem echt netten Kerl zusammen. Das Dreckschwein aber lässt einfach nicht los, weil er zwar ein Arschloch aber trotzdem aufrichtig in sie verliebt ist, und er verprügelt ihren neuen/alten Kerl so heftig, dass er kaum noch laufen kann. Jetzt sitzt sie neben ihm im Krankenhaus und hält sein Händchen, während sie sich dafür entschuldigt, dass ihr nach ihm Ex immer schon so drauf war, aber es gar nicht so meint, und sie weiß ja auch nicht, was mit ihm nicht stimmt. Und sie küssen sich ganz sanft, und als sie geht sagt sie ihm, dass er jetzt unbedingt etwas Ruhe braucht. Irgendwann kriegt er dann einen Anruf, ihre Nummer steht auf dem Display und er hebt ab. Sie sagt ihm, dass sie Schluss macht, schon wieder, also das sagt sie nicht so, aber es ist das was sie tut, weil sie den anderen, das Arschloch jetzt liebt und sie liebt ihn immer noch, und sie weiß ja auch nicht was sie fühlt, und das Ganze täte ihr echt leid, und der nette Kerl versteht die Welt nicht mehr. In der selben Nacht fickt sie dann das Dreckschwein wie sie noch nie gefickt wurde, und sie hat einen Orgasmus nach dem anderen, und sie beißt ihm in Ekstase ins Ohr, während sein riesiger Penis gefühlt bis unter ihren Bauchnabel gleitet, und sie ruft seinen Namen so laut, dass die Nachbarn den Fernseher lauter drehen müssen. Sie weiß das nicht, aber sie hat sich für das Arschloch entschieden, weil er ihr Leben aufregender macht. Außerdem hat sie das Gefühl selbst nicht so ein guter Mensch zu sein, und der andere hat sie immer wie ein Prinzessin behandelt, aber jetzt kann sie endlich sie selbst sein. Sie streiten sich dauernd und sie muss nicht mehr verstecken, wie kaputt sie eigentlich selbst ist, und sich auch nicht mehr belügen, dass Sex auch nicht alles wäre, weil der vorher nicht ganz so prickelnd war, aber jetzt lebt sie diese ganze Leidenschaft, die sie immer wollte. Und weil er nicht so ein guter Mensch ist, hat sie das Gefühl ein umso besserer Mensch zu sein. Und dafür liebt sie ihn noch mehr, weil er als Arschlochihre Freikarte ist, die Gute in ihrer Beziehung zu bleiben. Er wird weiterhin immer die selbe Scheiße anstellen, und sie wird ihm verzeihen, und sie werden wieder im Bett landen. Weil es besser ist mit einem Typen zusammen zu sein, der sie nicht immer korrekt behandelt, aber dafür einen Orgasmus nach dem anderen verschafft, und sie spürt diese ganze Leidenschaft, weil sie sich immer wieder anziehen, egal was er auch wieder angestellt hat. Und sie lebt lieber in dieser endlosen Schleifen ihres Versuchs ihn zu reparieren, aber eigentlich ist sie heimlich froh, dass er genau dieses Schwein bleibt, der ihr genau dieses Leben schenkt. Der Andere hätte ihr das so niemals geben können. Weil er lieb und nett aber ein Muttersöhnchen ist, und es ihr lieber ist, dass sie jetzt einen echten Kerl hat, an dem sie sich festhalten kann, und der sie einfach ein Stück nach vorn durch das Leben fickt, wenn mal wieder irgendwas schief geht. Weil das keine langweilige Geschwisterliebe ist, sondern genau diese erotische Problembeziehung die sie immer gebraucht hat. Und sie muss es sich nicht eingestehen, weil er sie immer wieder überwältigt und sie alles auf ihn schieben kann, weil er genug falsches tut, damit sie nichts falsches machen muss. Und er liebt sie und sie liebt ihn, und zusammen sind sie schlechte Menschen bis ans Ende ihrer Tage, die den gemeinsamen Sex ihres Lebens haben. Weil manche Menschen eben so sind und Langeweile ist schlimmer als jede Hölle.

Mr. Wackelauge und Mrs. Sexerzwingerin Part. IV

Auf dem Weg zum Date, drehte Nadine die Musikanlage auf Anschlag, brüllend laut hallte ihre Lieblingsband durchs Wageninnere. Schade, dass es so scheißekalt da draußen war, sonst hätte sie gern die Scheiben unten, um ihre Umwelt mitzubeschallen.

So wummerten die Bässe nur für sie und die drei Wagen vor und hinter ihr. Was nichts daran änderte, dass sich Engelchen und Teufelchen über ihre Schultern hinweg nicht unterhielten, sondern volle Pulle anschrien. Geil! Hatten die auch mal was zu tun. Sie konzentrierte sich auf die Musik, während das Engelchen sie nach Hause schicken wollte, was dem Teufelchen … tadaaaaa Überraschung … total gegen den Strich ging.

Sie parke den Wagen und die Musik ging aus. Die beiden Comicfiguren auf ihren Schultern stritten immer noch, was sie aber irgendwie nicht mehr interessierte, denn ihr Blick fiel auf …


»Nee, das glaube ich nicht …«, keuchte sie in die dunkle Nacht, als ihr klar wurde, dass sie vor dem nobelsten Steakschuppen der Stadt stand. Was heißt der Stadt, wahrscheinlich des gesamten Universums. Jetzt, dachte sie, könnte selbst das Teufelchen schreiend und weinend nach Hause wollen, sie würde bleiben. Keine verdammte Chance.

Als sie die Treppen zum Eingang nahm, bekam sie ne mittelschwere Panikattacke, die nichts mit ihrer Optik, ihrer Figur oder was Frauen sonst so störte zu tun hatte, eher so´n Gefühl, nicht genau zu wissen, ob sie Mr. Wackelauge sofort wieder erkennen würde.

Mist, wäre das peinlicher Scheiß … sie stellte sich vor, wie sie gleich endlos im Restaurant nach ihm suchen würde, während er wahrscheinlich auf dem best Primetimestuhl alles beobachtete und sich zeitgleich vor Lachen in die Hose machte.
In sowas war sie halt ne echte Heldin.
Ohne Vorwarnung und nein, sie war noch nicht im Restaurant, zog etwas an ihrem linken Arm und drehte sie so, dass sie mit dem Rücken an der Wand landete. Gerade als sie so tun wollte, als beherrsche sie sämtliche Kampfsportarten, erkannte sie, wer sie da an die Wand gedrängt hatte.


»Mr. Wackelauge«, flüsterte sie hörbar überrascht, was natürlich total dämlich war. Erstens, er hieß sicher nicht Wackelauge mit Nachnamen und zweitens, schrumpfte ihr Hirn wie heute Mittag auf die Größe einer Erdnuss. In Peinlichkeit kaum zu überbieten.
»Meinetwegen«, hörte sie lachend von ihm, da landeten seine Lippen auf ihre. Forsch küsste er sie und schmeckte fantastisch. In ihrem Kopf rotierte die Frage, ob das nicht minimal zu schnell ging, aber sie würgte das furchtbar sittsame Engelchen ab, denn irgendwas stimmte mit ihr nicht.

Eifersucht? Gute Frage.

Nadine schloss die Augen und gab sich diesem leidenschaftlichen Kuss hin. Sie kostete von ihm, schmeckte ihn und ließ ihn kosten. Dieser Kuss sollte ewig anhalten, dachte sie. Wann er sich löste, konnte sie nicht sagen, da ihr Hirn in den Tiltmodus gewechselt hatte.
»Hey«, hauchte er in ihr Gesicht. »Augen auf, Mrs. Sexerzwingern«, hörte sie ihn lachen.
»Hm …«, nur widerwillig schaute sie ihn an, denn sie wollte weiter küssen, kuscheln, Sex.

Aber …


Dann erinnerte sich Nadine, wo sie beide standen.
»Also, Babe. Steak oder Sex«, brachte er wieder schmunzelnd hervor. Sie fixierte sein Gesicht, schaute in diese himmlischen blauen Augen …

»Erst Steak, dann Sex!«
Nun war sie es die grinsen musste, denn Frau musste Prioritäten setzen und es ging einfach nix über ein Punktearmes Rindersteak.
Mit Rotwein verstand sich.

Knastleben

Die Besonderheit am Knastleben ist, dass man sich nicht aus dem Weg gehen kann. Wenn du draußen mit jemandem Ärger hast, und wenn dieser Ärger dann irgendwann eskaliert, dann kann der Verlierer einfach den Schwanz einziehen, und seinem Peiniger für einige Zeit, oder manchmal sogar für immer aus dem Weg gehen. Der Eine hört für den Anderen im Interesse beider Seiten einfach auf zu existieren. So respektiert man in der Welt da draußen jemandes Dominanz, der dir die Zähne ausgeschlagen hat. Hinter Gittern ist das viel komplizierter. Egal was man einander grässliches antut, spätestens beim Hofgang sieht man sich wieder. Darum kann niemals Gras über eine Sache wachsen. Genau genommen hast du zwei Möglichkeiten, und keine davon ist sonderlich attraktiv: Entweder legt sich jemand mit dir an, und du lässt dir das einfach gefallen. Dann bist du seine Schlampe und jeder sieht, dass du ein Schwächling bist, und man mit dir sowas einfach machen kann. Deine andere Möglichkeit besteht darin, dass du dem Clown einfach mit deiner Faust das Gesicht verstopfst. Klingt gut, aber dieser jemand hat dann durch dich sein Gesicht verloren. Also entweder hat er dann Lust seine restliche Zeit wirklich nur noch mit Einstecken zu verbringen, oder er MUSS sich rehabilitieren, in dem er Rache an dir nimmt. Notfalls gerne auch von hinten, wenn du ihn gerade nicht kommen sieht. Das wird er durchziehen, egal wie übel du ihn auch zusammengeschlagen hast, völlig gleich wie viel Angst er vor dir haben mag, weil er vor den anderen immer noch mehr Angst haben muss, die jetzt alle zusammen, wie ein Rudel Hyänen, seine Schwäche gewittert haben. Das bedeutet außerdem, dass jeder kleine Scheiß eskaliert. Drinnen kann man einfach nicht vergessen und absolut alles schaukelt sich hoch. Alleine schon weil alle immer von einem erwarten, dass man jetzt irgendetwas unternehmen muss. Selbst wenn man keine Lust darauf hat, oder dir wird irgendjemand zeigen, der sich so sehr langweilt, und in dem sich so viel Hass angestaut hat, wie man einen anderen Menschen fachmännisch so auseinandernimmt, dass es nur noch ein verdammt guter Arzt schafft ihn wieder zusammenzusetzen. Im Knast ist das Karma. Der ewige Kreis. Ficken und gefickt werden. Darum ist es immer am besten einfach den Kopf unten zu halten, und jedem Ärger fern zu bleiben. Aber auch das wird natürlich nicht funktionieren, weil es hier drinnen viele Arschlöcher gibt, die verzweifelt einen Grund suchen, warum ihnen heute deine Visage nicht passt. Einfach nur damit die anderen sehen, was für harte Schweinehunde sie sind, und nicht selbst auf blöde Gedanken kommen, was man jemandem alles mieses antun könnte. Und schon musst du jemandem zusammenschlagen, oder du bist für den Rest deiner Zeit seine Schlampe, und danach muss er dich zusammenschlagen. Bis jeder vergessen hat worum es bei der Sache eigentlich ging. Man zählt einfach nur die Punkte wie bei einem Spiel. Nur, dass es dabei niemals einen Gewinner gibt, und es ist auch niemals vorbei. Also ist deine beste reelle Möglichkeit ein perverses Schwein zu werden, weil man nur so nicht kaputt geht. Gewalt ist ab jetzt deine Religion. Und Gott ist dein Stiefel, dessen Gewicht sich auf jemandes Kehle verlagert. Das akzeptierst du am besten möglichst schnell.

Mr. Wackelauge und Mrs. Sexerzwingerin Part. III

Sie brauchte Zeit.


Ein Blick auf die Uhr, kurz nach 13 Uhr mittags und er wollte sie 20 Uhr treffen. Waaaaaaas, sie wurde nervös. Das konnte doch nicht sein Ernst sein. Nur sieben Stunden zur Vorbereitung? Kaum zu schaffen! Was bildete er sich ein? Nadine meldete sich für den Rest des Tages auf Arbeit krank, denn schließlich war sie der Sache mit der blutüberströmten Stirn nur knapp entkommen.

Alle mal ein top Grund. Oder ein blutiger, wie man will.


Sie warf sich ins Auto, startete den Wagen und trat brachial aufs Gas, um schnellstmöglich nach Hause zu kommen.


Nur noch 6,5 Stunden. Scheiße.
Was sollte sie anziehen? Welche Schuhe, welche Dessous? Rock oder Hose? Strapse oder Halterlose? Mädchen oder Lady like …? Oder Vamp, alles in schwarz? Sie verwarf die schwarze Idee, denn er sollte ja nicht schreiend vor ihr wegrennen. Wobei es die passende Antwort auf seine Gemeinheit wäre, witzelte sie.


Fragen über Fragen, auf die sie keine beschissenen Antworten finden würde. Sie brauchte ein Beruhigungsbad und einen Prosecco und zehn Kilo weniger! Kurz vor zwei wollte Nadine ihre Lavendel – Baldrian – Melisse – Johanniskrautbadewanne gemeinsam mit einer 0,5 Liter Flasche Prosecco in der linken und einer Champagnerflöte in der rechten Hand besteigen, als sie im Schlafzimmer kurz vorm Spiegel „hängenblieb“.


Grummelig betrachte sie ihren Bauch, der aufgrund des Steaks nach vorn gewölbt stand. Nadine zog ihn ein, brachte aber nix, da Fleisch halt stundenlang brauchte, um vom Magen zum Darm zu wechseln. Schöner Mist, ernsthaft. Sie begutachtete ihren nackten Körper so lange, bis sie bemerkte, dass sie nicht mehr atmete. Im Spiegel sah sie, dass ihr Gesicht schon dunkelrot anlief.

»Wuhhhhhh«, atmete sie aus, um sofort einen tiefen Atemzug zu nehmen. Sie goss sich das erste Glas ein und freute sich diebisch, dass sie schon 18 Kilo bei ww abgenommen hatte.

»Yessss«, feixte sie auf dem Weg ins blubb und blaa Beruhigungsbad. In Gedanken hörte sie den Song Lady in red und fand ihn situativ und persönlich voll angemessen.


15:30 Uhr bestieg sie die Badewanne und wunderte sich ein wenig darüber, dass das Wasser irgendwie nur lauwarm war und sie sich die ätherischen Öle auch hätte schenken können. Zack,

Heißwasser marsch …


15:40 Uhr. Sie schloss ihre Augen, der Prosecco fand auch blind den Weg zu ihren Lippen. Sie überlegte … Ob sie sich wohl genug zu erzählen hatten? Also sie und der Mann mit den blauen Wackelaugen? Ob ER gleich über sie herfallen und sie küssen würde?

15:50 Uhr. Ob SIE sofort über ihn herfallen und ihn küssen sollte? Nein, dachte sie, Männer wollten immer jagen. Gut, damit konnte sie hervorragend leben.


15:52 Uhr. Warum durften Frauen eigentlich nicht jagen?


15:56 Uhr. Raffiniert wäre, wenn sie einen BH anziehen würde, der vorn aufgeht.


16:00 Uhr. Nee, doch einen normalen BH, wäre ja voll peinlich, wenn er wie doof hinten suchen müsste.
Sie füllte sich vom Prosecco nach.


17:00 Uhr. Ob John wohl wirklich John hieß, fragte sie sich. Und dann fragte sie sich, wo sie sich eigentlich treffen würden.


Gegen 18 Uhr verließ sie das Bad und stand in Dessous, Halterlosen, einer Ladung Make-up und 100 ml ihres Lieblingsparfüms erneut vorm Spiegel, der ihr vorhin den Atem nahm.

»Eben noch im Minilädchen uuunndddd jetzt durch die Zauberkugel«, witzelte sie mit einem gespielten holländischen Akzent, denn es hatte tatsächlich ein wenig was von der Mini Playback Show.

Aber …
Sie schnappte sich einfach ihre Lieblingsjeans und irgendein Langarmshirt. Sie mochte sich. Genauso wie sie war. Sie würde sich selber jagen, also wäre sie ein Mann. *zwinker an alle Ladies dieser Welt.


Mit diesen Gedanken schnappte sie sich den Autoschlüssel und machte sich auf, Mr. Wackelauge zu treffen.

Mr. Wackelauge und Mrs. Sexerzwingerin Part II

»Nein«, keuchte sie als der Freud’sche Versprecher bei ihr ankam. Metaphorisch knallte ihr Kopf gerade mit karacho auf die Tischkante.

Wobei … überlegte sie, eigentlich keine schlechte Idee, um aus der Nummer rauszukommen. Blutüberströmt würde er sicher schnell vergessen, dass sie Sex von ihm wollte. Nadine riss ihre Augenbrauen bis fast unterm Haaransatz und sah in sein dreckig überlegendes Grinsen.

Doch die Tischkante?

Kurz schätzte sie die Entfernung ab. Boah, wenn er doch nur nicht so verdammt gut aussehen würde.


Und nun? Was sollte sie denn in so einer beschissenen Situation tun? Hatte sie ihm eben wirklich gesagt, dass sie Sex von ihm wollte? Alles nur wegen des dämlichen Rumbakurses, den sie nicht machen wollte. Beste Freundinnen wurden definitiv überbewertet. Da sie ihn die gesamte Zeit über ansah, verstand ihr Hirn nicht, dass er weiterhin schmunzelte oder lachte und seine stahlblauen Augen ihr wie fröhliche große Wackelaugen vorkamen, die sich die ganze Zeit um 360 Grad drehten.


Ob sie jetzt wohl verrückt werden würde? Oder er? Mit nen bissel Realismus sah sie beides im Bereich des Möglichen.
Apropos Realismus, Nadine zog ihren Bauch umgehend ein, reckte nochmal stolz das Kinn und natürlich auch die Brüste.

Die Waffen einer Frau, normal also.
»Ähm«, setzte sie an und da war das gesamte Potpourri an Schlagfertigkeit erneut erschöpft. Innerlich rollte sie jetzt ähnlich mit den Augen wie er, so genervt war sie von sich.

»Möchten sie vielleicht zahlen«, hörte sie seine lachende Stimme und wusste echt nicht mehr, wie sie aus dieser Chose rauskommen sollte. Sie nickte ihm entgegen und ihre Körpertemperatur rutschte von 42 auf 36 Grad, was sich gut anfühlte. Jetzt konnte sie durchatmen, er würde doch mit Sicherheit nicht selbst zum Kassieren kommen, oder?
Nein, würde er nicht.

Und ob, er kommt.

Neiinnnn, im Leben nicht.

Oh doch.

Scheiße, dass kann er nicht machen.

Wird er aber!

Und während dieser innere Monolog gefühlt Geburtstag in ihrem Kopf feierte, bemerkte sie nicht, dass ER ihr anstatt einer Rechnung eine Visitenkarte hinlegte. Als sie aus purer weiblicher Verzweiflung erneut die Tischkante taxierte und das mit der blutüberströmten Nummer Gestalt annahm, traf ihr Blick auf die Visitenkarte.

»Hä?« Nadine schaute drauf, sah alles, konnte alles lesen und nahm doch nichts auf.
Doch dann kam ihr hochgelobter Verstand zurück.
Er hieß John. Und er hatte ihr eine dominante Anweisung zum Treffpunkt dagelassen.

Heute Abend.


Sie las seine Worte und in ihrem Kopf durchforstete sie ihre Dessous Schublade, die Auswahl der Halterlosen, die High Heels. Dieser Mann mit den stahlblauen Wackelaugen wollte sie. Erneut senkte sie ihren Blick auf die Karte.

»Erotisches Abenteuer, ich komme«

Mr. Wackelauge und Mrs. Sexerzwingerin. Part I

»Und, Madame, hat ihnen das Essen geschmeckt«, säuselte dieser Kellner total künstlich, dabei beugte er seinen Oberkörper so sehr zu ihr herunter, dass ihr heiß und kalt wurde. Sie lupfte peinlich berührt ihren Pulli. Leider war sie viel zu schüchtern, sonst hätte sie ihm gern ins Gesicht geschaut.
Dabei hatte sie eigentlich echt miese Laune. Ihre beste Freundin wollte sie in so ein modernes Sportprogramm ziehen. Samba, überlegte sie. Nee, revidierte sie gedanklich. Simba? Rambazamba, witzelte sie gedanklich.

Keine Ahnung, alles neumoderner Schnickschnack. Mit ihren 48 Jahren brauchte ihr keiner mehr mit Sport kommen.
Mochte sie nicht. Heute nicht, morgen nicht und auch in Zukunft nicht. Ende der Ansage.

»Nein«, sagte sie im strengsten Ton, denn das, was dieser Laden hier Amerikanisches Steak nannte, war ne Frechheit.
Sie wollte gerade ihren Gedanken nachhängen, sich nochmal innerlich aufregen, warum es hier nicht mal einen Rotwein auf der Getränkekarte gab, warum das Steak nicht am Rand durch knapp tausend Grad Hitze karamellisiert wurde, da hörte sie, wie der Pinguin sich neben ihr räusperte.

Um ihn anzusehen, neigte sich Ihr Kopf in Zeitlupe zur Seite, dann nach oben, und dann …

Bäääääääääääääääääämmmmmm!

Eigentlich wollte sie ihn zumindest mit ihrem bösesten Blick treffen, aber im Moment schienen ihre neuronalen Bahnen auszusetzen, denn sie bekam nur ein katzengleiches miau heraus. Oder so ähnlich

… Super!

Warum war schlagfertig eigentlich immer erst hinterher?
»Hmm«, grunzte sie halb fragend, denn der Ober, Kellner, Pinguin … Verfluchte Scheiße, dieser Typ sah unfassbar gut aus. Die Chemie stimmte hier nicht, sie war fucking perfect. Jetzt galt es nur, IHN davon zu überzeugen. Also von der Chemie.


Sie schaute ihn erneut an, ihr wurde schwindlig und übel, jetzt hatte sie Angst, hier jede Sekunde über den Tisch kotzen zu müssen.
Anscheinend amüsierte ihn was er sah, denn sein Kopf neigte sich schmunzelnd zur Seite, ein leichtes Nicken begleitete seine Bewegungen. Gut, er wollte also wissen, warum ihr das Steak und der fehlende Rotwein nicht geschmeckt hatten.


Nicht gerade ein guter Einstieg, um dieser Sahneschnitte mitzuteilen, dass sie ihn:
A) Absolut umwerfend fand.
B) Sie eigentlich total schüchtern, aber eben sehr ehrlich war.
C) Sport ursächlich für die schlechten Laune war.
D) Sie ihre beste Freundin überdenken müsste.
E) Er froh sein konnte, dass sie sich nicht erbrach.
F) Wenn er das Dessert gewesen wäre, das Essen definitiv bombastisch und so weiter.
G) Die ganze Zeit ein kleiner Vogel im Kopf „Ich will Sex“ brüllte.


Forschend versuchte er in ihrem Gesicht zu lesen, das vorwitzige Lächeln umspielte noch immer seine sinnlichen Lippen. Sie musste jetzt unbedingt was Vernünftiges zu ihm sagen, damit er sie nicht für völlig bekloppt hielt.

»Ich will Sex!«