Spiegel durch die Zeit

Das da auf diesem Foto war mein funfjähriges Ich, wie ich es selbst noch nie gesehen habe. Es gibt von mir sonst keine Bilder in diesem Alter. Ich war voll von einem Gefühl der Erkennens. Gleichzeitig zu meinem Sehen, war es als würde sich ein Druck der Erinnerung aufbauen. Die Bilder haben sich in mich gedrückt, und mit dem Negativ meiner Erinnerung verbunden. Durch einen entsprechenden Reiz lässt sich das Vergessen rückgängig machen. Man sieht oder hört etwas, an das man sich nicht mehr zu erinnern glaubt, aber dieses Gefühl der Vertrautheit schwimmt auf all dem Vergessen. Und wenn man seine Form lange genug berührt, dann verbindet es sich wieder mit einem. So als ob das Vergessen bloß ein Implodieren gewesen wäre, bei dem sich die gesamte Erinnerung in Farben und Formen zusammenfaltete, bis der Druck der Bilder wieder zu groß wurde, und sich unser gesamtes Inneres mit Wiedererkennen flutet. Ich erinnere mich. Ich erinnere mich durch die Zeit. Ich umgehe den leeren Punkt und finde alles wieder. Und ich sehe wie ich mich sehe. Von Bild zu Bild. In diesem Spiegel durch die Zeit.

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