Der zweite Kuss ist schwieriger als der Erste. Weil man vom ersten einfach hingerissen wird, aber beim zweiten beginnt das Leben plötzlich wieder aufzuholen. Aus diesem plötzlichen Impuls wird etwas sehr bewusstes. Der reine Moment verwandelt sich in eine Entscheidung. Denn immer wenn man etwas wiederholt, kommen diese ganzen Gedanken zum tragen. Man kann so lange rein aus dem Bauch handeln, wie einem die Erfahrungswerte fehlen die zu einem rationalen Schluss führen. Der erste Kuss ist für den Moment, aber im zweiten liegt die Entscheidung wie lange etwas dauert. Man presst die Lippen aneinander und dieses Stück der Beziehung wird zu etwas sehr Erwachsenem weil es aus Gefühlen Worte macht,, aus Träumen Taten und aus Verliebtsein Liebe. Es mag ein Moment sein in dem tausend metaphorische Momente liegen, oder tausend Metaphern für einen Moment, aber es ist und bliebt diese große unausweichliche Klärung, die Anziehung entweder zu Wille macht oder zu Bedauern, Der zweite Kuss ist schwieriger als der Erste. Weil man vom ersten einfach hingerissen wird, aber beim zweiten beginnt das Leben plötzlich wieder aufzuholen. Aus diesem plötzlichen Impuls wird etwas sehr bewusstes. Der reine Moment verwandelt sich in eine Entscheidung. Denn immer wenn man etwas wiederholt, kommen diese ganzen Gedanken zum tragen. Man kann so lange rein aus dem Bauch handeln, wie einem die Erfahrungswerte fehlen die zu einem rationalen Schluss führen. Der erste Kuss ist für den Moment, aber im zweiten liegt die Entscheidung wie lange etwas dauert. Man presst die Lippen aneinander und dieses Stück der Beziehung wird zu etwas sehr Erwachsenem weil es aus Gefühlen Worte macht,, aus Träumen Taten und aus Verliebtsein Liebe. Es mag ein Moment sein in dem tausend metaphorische Momente liegen, oder tausend Metaphern für einen Moment, aber es ist und bliebt diese große unausweichliche Klärung, die Anziehung entweder zu Wille macht oder zu Bedauern, weil man weiß was er bedeutet.
10 Schritte Unsichtbarkeit
Ich wünschte manchmal im echten Leben gäbe es diese 10 Schritte Unsichtbarkeit aus Filmen. Man muss nur am anderen Ende des Raumes stehen und kann Leute beobachten und ihre Gespräche belauschen, ohne dass man entdeckt wird. Niemand dreht sich plötzlich in deine Richtung, weil sie einen aus den Augenwinkeln sehen und niemand beobachtet seine Umgebung. Niemand besitzt ein peripheres Sichtfeld und niemand hört einen, egal wie laut man spricht, solange man sich nicht direkt gegenübersteht. Als ob alle Leben geschlossene Systeme wären, die sich nur überschneiden wenn man es wirklich will, als ob jeder seinen eigenen undurchdringlichen Kreis hätte.
Die Kraftwirkung zwischen Fürsorglichkeit und Freiheitsdrang
Zwischen kleinen Kindern und ihren Müttern herrscht eine Art Magnetismus, aus dem sie sich wieder und wieder freikämpfen, aber von dieser unsichtbaren Kraft schließlich doch wieder zurückgezogen werden. Wann immer eine Mutter mit ihren Kindern irgendwo steht, lässt es sich beobachten, die Kraftwirkung zwischen Fürsorglichkeit und Freiheitsdrang, während die Mutter mit den elektrischen Ladungen ihrer Besorgnis, im Wechselwirkungsbereich der Erziehung an den Polen ihrer Kinder zieht.
Weil du lange genug klein warst
Als Kind bist du immer ein Nebendarsteller. Irgendwer nimmt dich an der Hand und zieht dich durchs Leben, aber du kannst eigentlich immer nur folgen. Darum formen so viele andere was aus deinem Leben wird, bis du selbst irgendeine Form von Kontrolle darüber hast. Und selbst wenn du sie hättest, hättest du noch keine Vorstellung davon, wie so ein Leben für dich überhaupt aussehen soll. Also machst du was dir gesagt wird, oder du machst es eben nicht. Aber in beiden Rollen bleibst du passiv. Darum entspricht das Leben eines Kindes auch so selten der eigenen Persönlichkeit. Man wird einfach in dieses Leben hineingeworfen, und lernt ganz langsam erst etwas daraus zu machen, das auch wirklich etwas mit dir zu tun hat. Du hörst die Musik deiner Eltern. Du isst das Essen deiner Eltern. Du trägst die Klamotten, die auch deine Freunde tragen würden, und dadurch ist man irgendwie schon viel länger am Leben, als man wirklich ein Mensch ist. Weil alle etwas für dich tun und du quasi der Mittelpunkt der Welt bist, aber du eigentlich kaum etwas für dich selbst tun kannst. Und vielleicht bemerkt man diese Abwesenheit von sich selbst als Kind auch gar nicht, oder aber man bemerkt nichts anderes. Weil alles größer ist als du, alles klüger und erfahrener, bis du darüber hinauswächst und dein Leben zu deinem machst. Weil du lange genug klein warst um für etwas Großes bereit zu sein.
Mit diesem Klopfen an meine Wände
Meine Liebe zu ihr war so ruhig. Ich kannte nur dieses schwärmerische Flattern, aber diese Art zu lieben war sich ihrer selbst so sicher, so über sich bewusst. Man konnte in diesem Gefühl verharren, wie in einem Schatten, und nichts verbrannte einen. Genug davon um alles zu überleben. Liebe die für mehr als ein Leben reicht. Für mehr als Gedichte und Träume. Etwas das man mitnehmen konnte in den Alltag, bei der Arbeit daran denken und wie ein Schild vor sich her tragen konnte. Es zu Geschichten machen, die einen träumerisch werden lassen, zu vertrauter Nacktheit. Ein Kerker für das Herz in treuen Ketten, bis in alle Ewigkeit. Und es erinnert mich jeden Tag mit dem Hallen seines Klopfens an meine Wände, an diese Gefangenschaft.
*sing … Live, so grandios!
Die Packung M&Ms
»Hast Du heute Zeit«, fragte er aufgeregt.
Seine Stimme überschlug sich fast vor Freude. Ihr Kopf glitt erst zur Seite und dann nach oben, da er sich nicht einen Zentimeter von ihrem Schreibtisch weg bewegen würde. Sie kannte ihn gut, schließlich arbeiteten sie schon eine Weile in diesem Büro zusammen. Was konnte es wohl dieses Mal sein, überlegte sie, denn er kam immer mit irgendwas zu ihr. Da war er echt krass und so verdammt originell.
»Wofür«, fragte sie spitz und lächelte ihn an.
»Waaarteee … lass mich Nachdenken«, sagte sie und schob sich einen Bleistift zwischen ihre Nase und der Oberlippe. Sie begann damit, den Stift auszubalancieren, damit er rechts und links gleichlang überstand. Zeitgleich begann sie zu sprechen.
»Hmm, Du wirst Pudding mit Salz für mich kochen?«, feixte sie und hatte sichtlich Mühe, den Stift in Position zu halten. Sie stieß sich ein wenig vom Schreibtisch ab, um ihre Füße auf der Schreibtischkante abzulegen. Mit der Spitze des Stiefels drängte sie ihn vom Tisch. Sie grinste in seine Richtung. Er ging rüber zu seinen Büromöbeln.
»Oooderrrrr«, sie zog das Wort unendlich in die Länge und sah ihm fest in die Augen. »Du schließt das Büro ab, versteckst Dich im Schrank und wenn ich aufschließe springst Du brüllend aus dem Schrank?« Sie funkelte ihn scharf an, denn das hatte sie ihm vor wenigen Wochen wirklich übel genommen.
Er stand an seinem Tisch, lehnte lässig am Holz. Da es im Moment gegen ihn ging, stand er mit verschränkten Armen da. Sein hellblaues Hemd saß perfekt, es betonte seinen gut trainierten Körper. Es lag nicht zu eng und nicht zu weit an ihm. Er war in diesem Punkt ein echter Könner. Anerkennend nickte sie mit dem Kopf. Seine Jeans saß auch richtig gut heute.
Roaaarrrrr …
Sie sah ihn an.
Er schmunzelte die ganze Zeit.
»Ich habs!«, schrie sie und stürzte aus ihrem ergonomisch geformten bla bla bla Arbeitssessel, der Stift fiel klackernd auf das Parket, um irgendwo liegen zu bleiben. Ihre Absätze hallten auf dem Holzboden als sie fest entschlossen auf ihn zuschritt. Sie packte ihm gespielt am Hemdkragen und zog ihn eine Nuance zu sich heran.
»Du hast nicht wieder meine Lieblingssorte M&M´s leergefressen und hinterher mit billigen Schokolinsen gefüllt und wieder verschlossen?«
»Nein, habe ich nicht. Darauf steht ja mittlerweile die Todesstrafe«, lachte er, während er zu ihr sprach. Sie war versucht mitzulachen, riss sich aber zusammen.
»Ich habe damals an meinem Verstand gezweifelt.«, zischte sie provokant.
»Und so lange …«, schob er ironisch hinterher.
»Raus mit der Sprache, was hast Du wieder in Planung« Damit ergriff er ihre Hüften und zog sie eng an seinen Körper. Spielerisch drehte er sie herum, so, dass ihr Rücken sanft in seinen Oberkörper fiel. Er umfasste sie liebevoll und begann zu flüstern.
»Zuerst werde ich uns etwas zu Essen machen. Irgendwas leckeres. Lamm mit Rosmarin. Dazu ein Glas Rotwein.« Er küsste sie seitlich an ihrem warmen Hals. Sie lächelte und hörte ihm zu. »Dann lade ich Dich zu einem gemeinsamen Bad ein, um den ganzen Tag abzustreifen und in den Abend tauchen zu können.« Seine Lippen wanderten an ihrem Hals entlang und endeten am weichen Bogen ihres Unterkiefers.
Er küsste sie zart.
»Und dann …?«, hauchte sie nur noch. Blitzschnell drehte er sie um und drängte sie ohne Vorwarnung an die gegenüberliegende Wand. Er ließ ihr keinen Spielraum. Seine Mitte nährte sich an ihre und er schnurrte in ihr Ohr. »Muss ich Dir denn die gesamte Planung jetzt schon verraten?« Damit küsste er sie tief und innig. Er begann damit sie aus diesem Raum in Richtung Küche zu schieben. Er war sich nicht sicher, aber er glaubte, dass sie irgendwas in der Form sagte …
Ich liebe es, wenn wir beide Home Office haben.
Da hatte sie sowas von Recht, seine geliebte Frau. Sein Eheweib. Die, mit der er sein Leben verbringen würde. Sein gesamtes, verstand sich.
Als sich die Bürotür schloss, konnte man auf seine Jeans schauen. Eine blaue Ecke einer Tüte M&Ms blitzte hervor.
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„Why don’t you ever smile?“
„I don’t owe you happiness.“
Einer Collage unverstandenen Lebens
Das Offensichtliche zu erkennen ist nicht so leicht, wenn es so nahe ist. Es nimmt alle Formen des Vorstellbaren an, aber lässt uns nur die Wege im Kopf gehen, die wir bereit sind über eine Person zu denken. Es ist das was wir nicht bereit sind zu glauben, was wir nicht sehen können, das zum Strick wird, der unserer Erwartung das Genick bricht. Wir haben so viele Rollen in denen wir einander sehen, aber sind nicht bereit neue hinzukommen zu lassen. Wir verteidigen unsere Wirklichkeit gegen das Unvorhergesehene das sie bedroht, mit der Blindheit unserer Vertrautheit. Wir sehen einander durch das, was wir voneinander nicht sehen. Schneiden einen Scherenschnitt aus einer Collage unverstandenen Lebens.
Liebe dich selbst ein bisschen mehr
Endlich erwachsen zu sein bringt den Vorteil mit sich, dass wenn man als Kind immer ein bisschen zu wenig geliebt wurde, man sich jetzt selbst um genau dieses bisschen einfach mehr lieben kann. In dieser Erkenntnis liegt sehr viel Macht und Selbstbestimmung, an die man sich immer wieder erinnern und daran gemahnen sollte. Als Kind ist man der Situation einfach ausgeliefert, aber später kann man sehr viel daran ändern, solange man bereit ist die Opferrolle abzulegen und die Verantwortung annimmt, sich um sich selbst zu kümmern.