Der Weg der Erkenntnis – Part IV

Ja, 06. Dezember – Orrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr

Da war er! Der sieben Zentimeter Schnitt! Was das Preisschild nicht geschafft hat, schaffte also jetzt meine blinde Auspackwut oder die totale Verweigerung. Ich bemerke, dass mir mein warmes Blut aus der Handinnenfläche läuft und wahrscheinlich auf die Couch tropft und sitze dennoch erst mal ein wenig ratlos da. So blind weiß man halt erst mal echt nicht, was man tun soll, denke ich und die Wunde brennt jetzt wie Feuer. Ich boxe Paket fett in die Seite, erhebe mich und schaffe es auf den Weg nach oben mir nur 237-mal den rechten kleinen Zeh zu stoßen. Ich frage mich, ob er noch dran ist oder vielleicht an irgendeiner Kante einfach auf der Strecke geblieben ist. (endwitziges Wortspiel und geniale Vorstellung)

Gucken kommt nicht in Frage.

Nicht nur aus Prinzip nicht, schließlich bin ich im Modus der Verweigerung unterwegs, sondern auch, weil ich kein Blut sehen kann. Das nützt jetzt alles nichts, denke ich und würde kleinen Zeh auch notfalls opfern. Zumindest tut er nach 484 Mal anstoßen echt nicht mehr weh.

Geil!

Oben angekommen läuft, um es dramatisch für euch zu machen, immer noch Blut und ich kann es fast hören.

Plitsch

Plitsch

Plitsch

Ich erahne die Dramatik und renne jetzt geradeaus, da mein Anziehzimmer, das kein Anziehzimmer ist weder Kanten noch irgendwelche Hindernisse parat hält, bin ich in nullkommanix an meinem Wäschekorb und ziehe mir einfach das erstbeste Stück Stoff heraus und versuche es vergeblich zu zerreißen. Unfassbar, brumme ich, schiebe mir den Stoff zwischen die Zähne, bekomme sofort nen Würgereiz, und zerreiße diesen widerspenstigen Stoff schnellstmöglich mit den Zähnen. Ich muss jetzt schnell sein, sonst kotze ich ins Anziehzimmer. Ähnlich wie in einem Kriegsfilm, reiße ich ein zirka 20 cm langes Stück ab und …

Ja wohin denn nun genau damit? Okay, ich öffne die Augen, muss mich kurz dran gewöhnen, dass es fürchterlich hell ist und bekomme umgehend Schnappatmung als ich auf meine Hand sehe. Es liegt aber nicht an der (in weiblicher Übertreibung) 18 cm langen und 6,5 cm tiefen Wunde in meiner anscheinend prankenhaften Flosse (Übertreibungen veranschaulichen eben), sondern es liegt an …

Mein Ramboähnlicher Verbandsfetzen war nichts Geringeres als das teuerste T-Shirt, welches ich mir je geleistet habe. Wenn ich sage teuer, spreche ich hier von hunderten von Euro. So viel Geld hatte ich noch nie für ein Shirt ausgegeben.

Mir laufen umgehend die Tränen und ich frage mich:

1. Ob meine Tränen nicht irgendwann erschöpft sein müssen

2. Warum dieser beschissene Tag heute einfach nicht enden will

3. Warum dieser beschissene Tag heute einfach nicht enden will

4. Warum dieser beschissene Tag heute einfach nicht enden will

5. Warum dieser beschissene Tag heute einfach nicht enden will

6. Warum dieser beschissene Tag heute einfach nicht enden will

7. Warum dieser beschissene Tag heute einfach nicht enden will

Jetzt erst recht, denke ich genervt, ziehe meinen teuersten Verband aller Zeiten fester und sehe dabei zu, wie mein Blut alles in tiefrot tränkt. Schluss mit lustig, denke ich und gehe wütend, mit ernster Miene, tränenverschmierten Gesicht, ohne BH in assihaftem Look in Richtung Paket. Jetzt gab es nur noch eine Option.

Paket oder ich.

Coming soon. Part V

Veröffentlicht von Vielverwinkelte

Lyrik berührt Moderne.

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