Beim Osteopathen II

Diese widerlichen Zeitschriften hatten ihr Ziel erreicht, denn ich schritt miesgelaunt in das Vorzimmer, wo mich ein durchaus netter Mann, Ende 40 mit meinem Namen begrüßte.

Es war der Osteopath.

Er saß hinter seinem Schreibtisch und schaute mich an.

Ich saß vor dem Schreibtisch und schaute ihn an. Ich war der Patient.

Patt. *lach

Ich fragte mich, ob das Gucken schon Teil der Therapie war und versuchte meine Rückenbeschwerden und das Übergewicht in seine Richtung zu transportieren.

Nee, im Ernst. Er fragte mich, was meine Probleme waren und am liebsten hätte ich umgehend mit den Zeitschriften im Wartezimmer angefangen, aber wahrscheinlich hätte er sich verarscht gefühlt. Aber mal gaaaaanzzzzz im Ernst, wie können diese Magazine links Diäten für die zu fettgewordene Frau empfehlen und auf der rechten Seite sind ihre zehn Lieblingsrezepte mit Sahne? Gefolgt von Torten und dann „so Grillen sie lecker“.

Dreckspapier! Musste mal gesagt werden.

Okay, ich erzähle ihm zack, zack, zack, was los ist und habe das Gefühl, dass der „Doktor Chill mal Deine Base“– komm mal runter denkt. Ich fühle seine Gedanken deutlich und merke, dass er das zu mir rüber teleportiert. Ja geh mal normal zum Doc, denke ich und teleportiere es energisch in seine Richtung zurück.

So mach mal ganz langsam kenne ich halt nicht mehr von Medizinern und bin überrascht, was er alles fragt. Ich beantworte alles und komme mir ein wenig so vor, als würde man mich im Altenheim aufnehmen. Okay, muss ich wohl durch. Dann kommt mein Auftritt.

Erzählen Sie doch, warum sie hier sind, höre ich von Dr. Slowly und sehe das als meine große Chance. Ich thematisiere meinen Rücken sowie meinen dicken Körper. Erzähle ihm, dass ich seit gefühlten 724 Jahren Diät halte, dennoch kugelrund und (un)glücklich bin.

Er schaut mich sehr mitfühlend an, fast hat er mich soweit, dass ich ihm diese Zeitschriften um die Ohren haue, aber ich halte inne. Nach so 20!!! Wahnsinn, oder? Nach so 20 Minuten also sagt er, ‚gut‘.

Ich sage auch … gut.

Wieder Patt.

Und dann kommt etwas, mit dem ich nicht gerechnet hatte.

»Ziehen Sie sich doch bitte bis auf die Unterwäsche aus und kommen zu mir in den Nebenraum«

Hab ich etwa -ich will Sex teleportiert- frage ich mich, oder bestraft er mich nun, weil ich seine Zeitschriften scheiße finde?

Coming soon. Part III

Veröffentlicht von Vielverwinkelte

Lyrik berührt Moderne.

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