Die entschiedene Unentschiedenheit oder Management fatale

Ja ich weiß, klingt völlig nach krassem Scheiß.

Ding, ding, ding … is auch krasser Scheiß. Ich kann nicht anders, ich muss den Managementkosmos aufklären, ihnen mitteilen, wie verarscht sich das kleine Licht fühlen kann, wenn das metaphorische Feuerzeug einfach nicht mitzieht. Aber alles der Reihe nach. Den Nichtentscheider vorm Herrn lernte ich im Jahr 2019 kennen und habe einige Jahre damit verbracht das als Führungskonzept zu verstehen, dann zu verstoffwechseln und anschließend zu akzeptieren.

Ging nicht! Verstehen – nein, Verstoffwechseln – nein, akzeptieren – niemals!

Nun könnte man mir in gewisser Weise eine latente, meinetwegen auch eine ausgeprägte Grenzdebilität vorwerfen, was sicherlich morgens 5 Uhr auch seine Berechtigung findet, da sich mein Hirn grundlegend weigert vor 8 Uhr zu funzen. Aber das ist es nicht. Also mein ehemaliger Chef begann seinen Job und hatte eingangs nichts anderes zu tun, als mich zu belauschen. Da der Belauschte vom Lauschen ja meistens nichts mitbekommt, lief ich natürlich in die Unentschiedenheitsfalle des Meisters der Nichtentscheidung.

Passt uff …

Taktik 1 – Infiltration: Man sitzt mit dem Meister zusammen und er erfragt die Inhalte des Lauschangriffs und da ich nicht wusste, dass ihm meine Genialität in Gänze längst bekannt war, begann ich schüchtern meine Ideen preiszugeben. Schließlich gab es zwischen ihm und mir eine gewisse, nicht zu verleugnende Asymmetrie. Er Chef, ich zwar genial aber nicht Chef. Also zurück zu nicht getroffenen Entscheidungen, denn bei jeder Frage, die ich zum zukünftigen Projekt hatte, spielte ER mir den Ball zurück. War ein komisches Gefühl, so´n patziges was solln der Scheiß geisterte durch meinen Kopf, aber vielleicht, dachte ich mir, muss ich mich erst daran gewöhnen.

Freudsche Analyse: Ich bin zu vertrauensselig und zu gutgläubig!

Taktik 2 – Frechheit siegt: Okay, nach so sechs Monaten wusste ich aufgrund meines überdurchschnittlichen IQs🤪, dass ich keine Fragen, sondern Antworten zu liefern hatte. Also jede Frage wurde von meinem Chef mit einem »Na überlegen sie mal, welche Möglichkeiten es geben könnte« beantwortet. Ich fand das teils nervig, teils motivierend, denn noch war mir nicht klar, dass es um die totale Verweigerung ging. Jetzt allerdings kam hinzu, dass er Texte, die er selbst schreiben sollte über mich abwälzte. Nein, ich bin keine Sekretärin, habt ihr nen Knall oder was? Ich bin … fragen wir besser gleich die Freudsche Analyse, was ich bin. Also, Meister beschreibt was er schreiben muss und fragt mich, was ich schreiben würde. Alter, wofür bekommst du nur deine Kohle, dachte ich.

Freudsche Analyse: Ich bin zu hilfsbereit und ne coole Schriftstellerin und nicht selbstverliebt, auch wenn es gerade so wirkt.

Taktik 3 – Koprolalie; Unter dem Begriff der absoluten Scheißelaberei kommt jetzt mein persönliches Beispiel der Beispiele, um den Nichtentscheider zu diffamieren, um den grenzenlosen Shitstorm auszulösen und ihn für alle Ewigkeit nach Sibirien oder am Arsch der Welt unter zu bekommen. Mir fällt gerade ein, dass ich nicht einen Social Media Account besitze, somit scheidet der Shitstorm schon mal aus.

Egal, Frau kann nicht alles haben.

Also, ich bekomme den Auftrag kleine Geschenke online zu bestellen. So Schreibblöcke mit schicken Kugelschreiber Set. Da dachte ich mir, gut. Ich lasse alles mit dem Slogan „Wir sagen Danke“ prägen. Dazu das Firmenlogo. Schick. Ein schönes Dankeschön.

Dafür habe ich locker zwei Stunden Arbeitszeit vergeudet, denn das alles online zu kalibrieren und zu bearbeiten ist ja mal ne Arbeit für ganz Doofe. Irgendwann bin ich mit allem fertig, zeige es dem Verweigerer und der sagt was?

Sehr gut gemacht! – Nein.

Hammer Top, gibt ne Gehaltserhöhung – Nein.

Sie sind die Beste – Nein.

Er sagte: »Finden sie wir sagen Danke gut?« Ähm ja. Ich sollte Danke Geschenke kaufen im Wert von 500€ und nun ist das falsch? Was sollte da denn bitte drauf?

Fick dich? Aus Hackepeter wird Kacke später?

Durchatmen, dachte ich mir. Dann offenbarte sich mir das gesamte Dilemma des Nichtentscheiders, denn er sagte: »Zeigen sie doch ihre Entwürfe bitte mal allen Bereichsleitern, was die meinen. Lieben Dank oder vielen Dank,«.

Okkkayyyyyyy.

Punkt eins, alle Bereichsleiter waren nicht da und so ein virtueller Warenkorb leert sich nach so 60 Minuten oder sogar weniger, und warum um alles in der Welt muss jeder zustimmen? Es sind doch nur Kugelschreiber und ein Block. Nicht Atombombe und Zünder. Was tat also eine Frau wie ich?

Freudsche Analyse: Das einzig Richtige, denn ich löschte selbständig den Warenkorb und sprach mit niemandem. So ein Jahr später ging alles von vorn los, jedoch sprach ich wieder mit niemandem, nicht mal mit dem Nichtentscheider und bestellte einfach alles.

Was passierte? Nichts!

Ich wurde frenetisch für den Mist gefeiert und es schien scheißegal, dass nur ich entschieden habe.

Der Chef hatte nicht entschieden, nur das zählte.

Finaler Schlag in der Taktik – mein Intellekt: So nach den Jahren bemerkte ich natürlich, wo seine Schwächen waren. Ich kannte sie, alle. Und er wusste das. Er reflektierte sich über mich, erzählte mir, was ich hören wollte und entschied weiterhin gar nichts. Für jeden beschissenen Inhalt mussten Minimum vier Leute gefragt werden, und dann fiel mir auf, dass er eigentlich immer alles ganz anders sah. Grundlegend muss man sich fragen, ob er vielleicht gestört war. So ne Erkrankung aus gespieltem Gutmenschentum und Entscheidungsverweigerungen ad chronic. Selbst soziologische Theorien aus meinem Studium waren haltlos. Muss man sich mal vorstellen, sagt einer, der sich nicht entscheiden kann, ob er essen oder trinken muss. Wie kann denn so jemand bitte ein CEO sein? Warum nur sind die an der Macht?

Das Schlimme ist ja, dass Erkenntnis verpflichtet. Wie soll man unter jemandem arbeiten, der nicht führen kann, obwohl er der Führer ist. Krasses Wortspiel, was?! Aber ernsthaft, der CEO muss entscheiden, er muss an den richtigen Stellen der Drecksack sein, nur so funktioniert so ein Haufen undisziplinierter Arbeiter und ich bin in meinem Führungsstil durchaus überwiegend demokratisch. Immer gewesen, aber entscheiden muss eben manchmal der Chef, selbst wenn die Schriftstellerin genialer ist.🎉

Was ist die Moral von der Geschicht?

Vertraut nie dem Wicht. Hää?

Furz niemandem ins Gesicht. Hää?

Halt immer dein Gewicht. Schnauze!

Überarbeite den Bericht. Hää?

Ich könnte ja ernsthaft Stunden damit verbringen weiter rumzuspinnen, aber es geht um elementare Dinge wie Erik und Meral, ähm ich meinte Ethik und Moral.

Also, was verfluchte Scheiße ist die Moral von der Geschicht?

(furz niemandem ins Gesicht war schon cool)

Also, durchatmen, denn Wahrheit tut nun mal weh:

Hol den Vorschlaghammer!

Veröffentlicht von Vielverwinkelte

Lyrik berührt Moderne.

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