Post-Kindheit

Über meine Kindheit verteilt liegt sehr viel Verlorenes. Die Abwesenheit dieser verlorenen Dinge ist vielleicht sogar das, was mich zu einem Erwachsenen werden ließ. Seltsame Dinge, die seltsame Schatten werfen, die mich berühren und melancholisch werden lassen. Ich spüre sie überall dort, wo sie gar nicht hingehören. In den Titelliedern alter Zeichentrickserien aus meiner Kindheit, deren Texte ich so sehr verinnerlichte, dass ich heute noch jedes Wort auswendig kenne. Etwas zupft an meinen Seiten, wenn ich sie höre. Dieses Gefühl rapide zu altern, aus der Post-Kindheit, in der man eigentlich schon erwachsen geworden war, aber in dem noch deutlich mehr Jahre aus dem eigenen Leben, als Kind verbracht wurden, gegenübergestellt der geringeren Summe der Tage, die man seit dem Erwachsenwerden zählt, aus dieser Zone endgültig verbannt worden zu sein. Ich bin sehr altes Sich-erinnern, an sehr junges Leben. An die Bedeutungen von Pfützen und das Spucken gegen den Wind. Ein seltsames Gefühl verlassen zu werden, wenn man gleichzeitig derjenige ist der geht, und der bleibt. Die Zungen der Zeit, ihre Sprache ist das Vergessen, wenn wir uns immer wieder teilen wie Regenwürmer, denen die Phantomgegenwart schmerzt, des Zurückgelassenen, alles was wir aus Zeit und Gründen nicht mehr sind.

14 Kommentare zu „Post-Kindheit

      1. Du findest mich so geil, dass du dir einfach nicht vorstellen kannst, dass andere sich einen Scheiß für mich interessieren. Und das ist so so niedlich.

        Gefällt 1 Person

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