Der Weg der Erkenntnis – Part VII

08. Dezember 2020

Ich schleiche mich kleinlaut an der vollgespuckten Fee vorbei und suche null Augenkontakt zu ihr, schließlich ist das alles peinlich genug für sie. Natürlich auch für mich, aber das gebe ich an dieser Stelle nicht zu, schließlich hat sie diesen zähflüssigen Dreck marketingtechnisch vermarktet und an die Frau gebracht. Hätte sie nix gesagt, wäre sie noch sauber, ich hätte knapp dreißig Euro mehr auf meiner noch nicht aufgeladenen Karte und wäre um die Betonerfahrung herumgekommen.

Apropos Beton.

Ich blicke nach rechts, in meiner Hand ruht noch immer der nachhaltige Plastebecher mit zirka 475 ml Beton. Angeekelt gucke ich auf das Zeug und meine Augen suchen einen Mülleimer und finden natürlich keinen. Überall stehen Papierkörbe für die stinkenden Schweißtücher, die Dinger sind so an allen Seiten offen, damit auch ja die ganze Fitness Welt weiß, warum sie hier ist.

Hart trainieren.

Meine humorvolle Seite überlegt den Becher kopfüber in so einen Papierkorb  zu stellen und ihn dann in drei Wochen mit nach Hause zu nehmen. Müsste klappen, denke ich grinsend und würde das natürlich nicht tun! (Doch, würde ich.)

Na jut, ich stelle Beton einfach an irgendeinem Trimm Dich Gerät ab und vergesse ihn aus Versehen. *teuflisch grins

Anschließend fühle ich mich schon wesentlich leichter und suche mir ein Gerät, das harmlos aussieht und bleibe vor diesem Fahrrad Ergometer Dingsbums stehen. Da müsste doch was gehen mit uns zwei, teleportiere ich halbherzig zum Ergometer und schwinge mich drauf.

Es stellt sich das Problem, dass meine Füße nicht an die Pedale reichen, obwohl das Teil gefühlt an der Erde liegt. Okay, technikbegabt wie ich bin, finde ich sofort den Hebel und schwupp, rastet das Teil nach gefühlten drei Metern lautkrachend ein und meine Füße kommen an die Pedale.

Meine Fresse, ich bin doch keinen Meterzehn. Was isses denn?

Smoothie will ich losradeln, als es fett nachkracht, weil es eben doch nicht eingerastet war. Hätte ich mir auch gleich so´n Dummyschild aufkleben können, denke ich, schaue zu meiner Ergometer Nachbarin und schüttle den Kopf, als wäre sie zu doof das Teil zu bedienen und nicht ich. #Pokerfacekannich

Also fahre ich mit 17 km/h los und langweile mich nach so 2 Minuten extrem. Ich schiele rüber zu der, die das mit dem Einrasten nicht kann und auf ihrem Display stehen schon 60 Minuten. Krass, denke ich und steige erstmal ab, schließlich muss man es in meinem Alter langsam angehen lassen.

Ich blicke mich um und zähle gedanklich ipp-zipp-zapp mit den Foltergeräten und verwerfe meine Randomtechnik, da so ein übelstes Arm-Schulter Ding übrigbleibt, welches ich mir nicht zutraue. (Lüge, denn ich habe einfach null Bock darauf.)

Also gehe ich zum Laufband, schaue es eine Weile an und steige darauf. Ich schalte es aufgrund meiner Technikbegabtheit ein und gebe als erstes meine Größe ein, anschließend fragt dieses Drecksteil nach meinem Gewicht und ich frage mich, warum selbst Technik so gemein sein muss? Also schummle ich und gebe ein falsches Gewicht ein. Fast rechne ich damit, dass Gerät mir einen Vogel zeigt, passiert aber nicht. Ich will in die Gänge kommen und schalte die Taste hoch auf 6 km/h, was mich fast zum Rennen bringt. Aber ich laufe und es macht mir Spaß, etwas, was ich auf diesem Flecken Erde niemals erwartet hätte.

Ich halte das durch, finde es okay und komme nicht mal ins Schwitzen. Als ich nach 20 Minuten diesem roten Ausknopf eine verpasse und mit einem Ruck nach vorn über schwanke, um dann gepflegt nach Hinten zu fallen …

Coming soon, Part VIII

Veröffentlicht von Vielverwinkelte

Lyrik berührt Moderne.

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