Da waren wir wieder und lebten unser jährliches Ritual nach zehn Monaten erneut aus. Nein, kein Swingerclub! Was denken Sie denn von uns Wanderaffen?! Die glorreichen Sieben, die schon mit Sohlenverluste auf den Brocken latschten, trafen sich dieses Wochenende im Thüringer Wald.
Zum? Richtig, Latschen!
Irgendwo im Nirgendwo hatten wir ein gutes, sehr bodenständiges Hotel, klassisch kein Restaurant im Ort, sollte uns der Chef des Hauses typisch ostdeutsche Abendbrotplatten machen, siehe …


Dazu gab es für sieben Personen noch gefühlt 1000 Gramm Butter und 123 Brötchen und 56 Scheiben Brot. Die Leberwurst war krass gut, fragt mal Meier!
Was wir sieben noch zusätzlich mitbrachten:
Schokolade
Lebkuchenherzen
Chips
Rohesser
Knacker
Brot
Salami
Madeleines
Zirka 40 Kurze, Kräuter und Liköre
Porter Bier
30 Prosecco
Blätterteig Kekse
1,2 kg Gummibärchen
Knusperflocken
Erdnüsse und Mandeln
Tomaten und Gurke (niemand kann sagen, wir hätten nichts gesundes dabei gehabt)
Es schmeckte sehr gut! Also das zubereitete Abendessen. Und dank des mitgebrachten und im Hotel erhaltenem Alkohols, war das gesamte Essen bis 23 Uhr aufgegessen.
Naja außer der Schmelzkäse. Ganz im Haus des Geldes Stil, haben wir uns Stadtnamen gegeben und Meier meinte, er würde daraus was Spannendes machen. Er sagte, er würde es mit Liebe und Kreativität machen, was Petl mit einem Grinsen kommentierte. Der Käse sei schließlich unser, sagte ich, und müsste gegessen werden.

Am nächsten Morgen präsentierte uns Meier seine Schnitzkunst. Er behauptete zwar, erst eine Stunde vor Frühstück angefangen zu haben, aber niemand glaubte ihm auch nur ein Wort. Hinter seinem Rücken waren einige zeitliche Hypothesen am laufen.


Ab Freitag Abend sinnierte Meier bereits mit Hingabe, dass er nach der morgigen Wanderung zum Schneekopf in jedem Fall Roulade mit Rotkohl und mit, Achtung, original Thüringer Klöße essen möchte. Da gab es nicht den Hauch eines Kompromisses. Ähnlich wie Sex beschrieb er detailliert wie er die Soße mit den Klößen aufnehmen und den Teller sauber wischen würde. (Tat er später auch!) Da uns die Rouladen-Rotkohl-Klöße Geschichte nicht losließ, wurde aus Jemüse-Meier an diesem Wochenende der Rouladen-Meier. Um nicht teilen zu müssen, drohte er allen, das aus Rindfleisch bestehende Gebinde allein im Auto zu verschlingen. Dass man im Auto sowas kacke essen konnte, zählte argumentativ null.🙈
Am Frühstückstisch am nächsten Morgen meinte Meier dann, dass er keine Wanderroute für uns hat und wir mal schauen müssten, wie wir jetzt auf den unbeschneiten Schneekopf kommen würden. Das war der Moment der Übernahme!
Denn ich hab die wirklich empfehlenswerte App Komoot auf dem Handy, das ist eine Wanderrouten-App und dort wählte ich für uns eine mittelschwere 12,2 km Route, die 3:38 Stunden (hahaha, wer rennt den solche Strecke?) dauern sollte und wir starteten um 10:20 Uhr vom Hotel aus. Nicole und Jens völlig gechillt, Petl, Mutti und Wessi ebenfalls.
Meier mit nem Kilo Leberwurst vom Frühstück im Bauch!

Nach glatten 2 km gab es aufgrund einer gelatschten Steigerung von 17 Prozent eine erste Pause, keiner brauchte was zu essen, aber alle aßen etwas und das erste Porter, Prosecco und Kurze wurden geöffnet, geleert und gefeiert. Nicole und Jens bauten liebevoll alles auf, damit wir alle es gut hatten👇:

Es stellte sich heraus, dass der Lieblingswessi Rinderrollade anstatt Rinderroulade sagt.
Wir fanden, dass das eine wichtige Wiesenstücke war, schließlich hängt das eine am Fenster und das andere liegt auf dem Teller. Den Unterschied haben wir ihm schnell und freundlich nähergebracht.
Die Wanderung zog sich wie een Kaugummi, irgendwie wollten die Kilometer nicht bewältigt werden und wir machten was?
Genau, was trinken und essen, obwohl niemand Durst oder Hunger hatte. Mittlerweile saßen wir oben auf dem Schneekopf in der Sonne. Meier und ich hatten dann einen Deal abgeschlossen, da wir echt hungrig sein wollten am Abend, hielten wir fest, dass ab 14 Uhr nichts mehr gegessen wird. Schließlich war das Original Thüringer Restaurant gebucht!
Ende der Durchsage. Aber um pünktlich 18 Uhr im Rouladen-Laden zu sein, bedurfte es ab sofort Druck und Drill. Meier übernahm umgehend und trieb die Gruppe an!
Das nix mehr essen ab zwei haben Meier und ich auch durchgezogen und deshalb endlos lange gehungert, weil die Strecke noch hier und da herausfordernd war.
Zwischendrin trafen wir den Horn-Mann, der dort mit dem Teil durch den Wald lief und ins Horn blies!

Ziemlich coole Klänge im Wald und wir halten für uns beim Weitergehen fest, dass der Mann das außerhalb des Waldes auch kaum machen kann, da man sich fragen würde, wie schwer krank er wohl sei …
Irgendwann nach survival Klettern an steilen Hängen, kommen wir nach 6,5 Stunden und 12,5 Kilometern wieder am Hotel an. Die coolste ist Nicoles Mutter, schließlich hat sie lächelnd die endlosen Kilometer mit 81 Jahren und ohne Alkohol bewältigt. Da ihr, im Gegensatz zu dem Rest, hinterher auch nichts wehtat, konnten wir ihr ausschließen huldigen.
Alle ruhen sich so eine Stunde aus und stehen völlig ausgehungert um Punkt 17:30 Uhr vorm Hotel und rein in Pirnas Bus von Meier und Petl. Und dann lotst uns Google Maps schnurstracks durch den Wald. Das ist im Dunkeln ein Abenteuer und erinnert mich sofort an Blair Witch Project. Während Meier das mit Aussicht auf seine Roulade souverän fährt, denke ich darüber nach, dass ihn wahrscheinlich nicht mal King Kong aufhalten könnte.
Und dann war es soweit:

Auch ich verhungere fast, genauso wie der Rest der Gruppe. Dann kommen die Bestellungen und das große Fressen mit Nachtisch, Rumkakao, Amarettokakao, warmer Apfelstrudel und Bier beginnt.
Und während Meier kein Wort mehr verliert, weil er die Roulade meditativ inhaliert, um später die Soße mit den Klößen sexuell zu belästigen und aufzunehmen, feiern wir anderen uns für unser gelungenes Wochenende.
Nächstes Jahr plane ich das Wochenende und werde mich mal umschauen, wo es hier Rouladen gibt!
Machts jut!