Eine Woche Urlaub

Da ich dazu neige, ein Freunde- und Familienmensch zu sein, schlage ich im September 2023 meinen Eltern, meiner besten Freundin und mir selbst einen gemeinsamen Urlaub vor. 

Wir werden uns auch ziemlich schnell einig, dass wir eine gemeinsame Schiffsreise machen wollen. Ist doch so gemütlich. Und man wacht jeden Tag an einem anderen Ort auf. Viel zu entdecken auf dem Schiff. Restaurants, Bars, Casino, Theater. Yeahhh …

 

Und so viele Möwen …

Gesagt. Getan. Ich buche für alle die Reise und dann hieß es ein Jahr warten, denn wir starteten im Oktober 2024 mit einem Lufthansa Flug nach Barcelona. Alle sind happy, die Welt ist schön, der Flug zwar extrem unruhig, aber kurz und ratz-fatz-zack stehen wir auf dem riesigen 5000-Mann Schiff, welches gegen 18 Uhr in Richtung Frankreich ablegen wird. Unsere drei Kabinen sind auf demselben Flur mit einem vernünftigen Abstand zueinander, der komische Geräusche zulässt, ohne familiär oder freundschaftlich enttarnt zu werden.

 

Tag eins auf dem Schiff. Wir verlaufen uns und verlaufen uns und verlaufen uns. War da eben noch ein Fahrstuhl in die Etage 18, ist er zwei Minuten später nicht mehr auffindbar. Wussten wir bis eben gerade, wo heute Abend Livemusik läuft, finden wir die Bar einfach nicht mehr wieder. Gab es hier eben die besten Cocktails, suchen wir jetzt wie doof danach und finden zwar 12 andere Bars, aber nicht die Eine. 

 

Aber da Urlaub ist, nervt das nicht einmal. Es ist okay und wir bleiben irgendwann, irgendwo auf dem Schiff sitzen und sind happy, dass es nicht der Maschinenraum ist. Das Schiff hat nen Skywalk, den wir erkunden und eine Eisdiele, die wahrlich zum Niederknien geil schmeckt. Dazu nen italienischen Schokoladenladen, in welchem eine Tafel Schokolade rund zehn Euro kosten soll. Mir egal, ich möchte zumindest probieren, nehme ich mir vor. 

 

Tag zwei. Wir sind in Cannes und haben mega Glück mit dem Wetter. Gute 25 Grad und das sieht alles unglaublich freundlich hier aus. Ein Cappuccino für 6 Euro und wir fühlen uns elitär. Wir essen nichts, weil keiner Hunger hat und entern den Wochenmarkt, wo wir handgemachtes Nougat entdecken und uns zwei minikleine Tortenstücke abschneiden lassen, um dafür dann knapp 70 € zu bezahlen. Ich schwöre, von außen betrachtet sah das nach vielleicht 200 Gramm aus. War dann aber doch nen Kilo. Na egal, dazu noch frische Medjoul Datteln für die Patin Herta und Parfüm für Ute und mich. 

 

Perfekter Tag … zurück auf dem Schiff, gehen wir deutsch-pünktlich 18 Uhr zu Abend essen und wählen immer jeweils eine Vorspeise, Hauptspeise und Nachspeise aus drei bis fünf möglichen Angeboten. Joar, schmeckt schon, wenn auch an mancher Stelle einfach etwas zu kalt. Ich liebe heißes Essen. Das hier ist nicht heiß. Dann geht es abends noch ins Theater, was uns gut gefällt, da die dargebotene Kunst kurzweilig und gut gemacht ist. 

 

Ich würde ja gern im Casino zocken gehen, aber der Rest zieht einfach nicht mit. 

 

Coming soon Teil 2 – Genua

Veröffentlicht von Vielverwinkelte

Lyrik berührt Moderne.

8 Kommentare zu „Eine Woche Urlaub

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