Wir kommen an und müssen beide Pinkeln. Da wir hier sehr ländlich sind, gibt es exakt einen Lebensmittelmarkt mit neumodernem Bäcker mit Kaffee-Trink-Möglichkeit. Ich wittere unsere große Chance. Da ich dem Gott der Personalentwicklung die feffrigen Pfefferbrezeln gönne, kaufe ich vier Stück und frage nach, ob es ne Toilette gibt.
Gibt es. Juhuu.
Nicht für uns!
Wäääääähhh?
Es löst sich schnell auf, weil wir nicht im Café des Bäckers sitzen, sondern nur die feurigen Brezeln injekooft haben, steht uns der Platz auf der Toilette einfach nicht zu🤡. Lösungsorientiert wie ich bin, bestelle ich zwei Cappuccino dazu und setze mich demonstrativ ins Café. Yeahhh. Ich hinterfrage an dieser Stelle natürlich nicht die Regel der Regeln für die Toilettennutzung, wer die kredenzt hat und warum zum Teufel man sowas macht.
Was mache ich stattdessen? 12 Euro zahlen für vier Brezeln, 2-mal Klo und 2 tatsächlich lauwarme Cappuccino. Was ja gut war, wir hatten nur wenige Minuten Zeit und da kam uns die Schlingtemperatur des italienischen Gesöffs ganz Recht.
PS: Danke, Inflation. 12 Euro für so wenig. Einfach Danke.
Zack, weiter. Beide in verschiedenen Meetings bevor wir uns 17 Uhr zum gemeinsamen Denken zur Problematik des Personals wiedertreffen.
Gegen 19 Uhr sitzen wir im Auto und stürzen uns als erstes auf die französischen Snacks und überlegen, ob wir das Bier jetzt während der Fahrt trinken oder später. Egal, Buttergolems Neffe düst mit 160 dahin, er wirkt top fit, sagt aber, dass er krass müde ist. Sieht man ihm nicht an. Muss an den vielen Armen und Beinen liegen.
Wir sinnieren über das Meeting, wie cool arbeiten ist, wenn alle Bock draufhaben und dass es endlich abends ist.
Die Diskussion geht in die Planung des Abendessens über und wir einigen uns auf frisches Sushi an der Autobahn, um wenige Augenblicke später festzustellen, dass wir abends und hungrig gar nicht mehr so intelligent sind, denn es gibt gar kein frisches Sushi an der Raststätte. Kurz überlegen wir nach Japan zu fliegen, da Hunger bekanntlich böse macht und wir unsere Freundschaft definitiv nicht gefährden wollen, verwerfen diese Schnapsidee aufgrund der Entfernung zum nächstgelegenen Flughafen aber wieder.🙃
Wir einigen uns stilecht auf Mäcces und verpassen die erste Ausfahrt. Im ländlichen Bayern gibt es nicht flächendeckend das PappBurgerRestaurant und ich überlege kurz, ob ich ins Lenkrad greife, damit das hier was wird. Ich lasse es. Hunger macht zwar böse, aber mein Verstand stirbt nicht automatisch im Unterzucker.
50 Kilometer weiter sehen wir das nächste Gasthaus zur goldenen Möwe und der Weltbeste fährt wieder fast dran vorbei. Kurz überlege ich, ob er Angst hat, dass ich die zu vielen Arme und Beine unter dem top sitzenden Hemd sehe? Er bezahlen muss?
Nee Spaß.
Wir fahren da ran und betreten den fast leeren Laden. Links Mäcces. Rechts ein gesunder Laden mit gesundem Essen.
Da haben wir es, denke ich. Nicht nur aktuell ne politische Debatte, sondern auch abends an der Raststätte gibt es keine konservative Mitte!
Was machen wir?
Ungesund oder gesund?
Coming soon: Rückreise-Raststätten Trauma und haben die um die Uhrzeit eigentlich noch Eis? Ach ja, und das Sausackzahn-Gen.