7am 7-ten – Yam Yam

08: Entlassung, Super, Flosse, Bibliothek, Yam, Ohrenbetäubend, Sumpf

In der Bibliothek sitzend, bekam sie von ihrer gerade in der Chefetage besprochenen Entlassung nichts mit.

Typisch. Super!

Es war doch anscheinend immer dasselbe, dachte sie und leerte die widerlich schmeckende asiatische Instantsuppe vor sich. Wobei dieser Lebensmittelriese bei welchem sie arbeitete, der, der sich hier vor Jahren im Sumpf der Großstadt niedergelassen hatte, wahrlich genauso ein Kackverein war wie alle anderen auch. Sie hörte es ohrenbetäubend laut, wie sich der Mainstream dem kalorienarmen, angeblich ach so gesundem Essen aus Ping Pong schon fast fanatisch opferte. Würde ihnen doch wenigstens ne Flosse aus dem vom arbeiten krummen Rücken wachsen, dann würde den Massen ein Licht aufgehen, was für einen Dreck sie in sich hineinstopften.

Was natürlich nicht passierte. Also die Flosse.

Der Mann in schwarz betrat lautlos die Bibliothek und sie wusste, was das bedeutete. Erstaunlicherweise war es ihr scheißegal. Er überraschte sie nicht, indem er ihr die Kündigung lautlos übergab, schließlich hatte sie bereits seit drei Monaten das Essen von denen nicht mehr angerührt. Obwohl es laut Vertrag ihre Verpflichtung gewesen wäre.

Genau genommen konnte sie es nicht mehr, seit sie ausversehen in die Chemiebaukasten Abteilung gestolpert war. Was sie dort mit angesehen hatte, ließ jede Illusion einer gesunden Ernährung sofort sterben.

Für immer.

Als sie rausging, also vor die Tür, leuchtete das Firmenlogo in fetten Lettern.

Yam!

Ja nix yam, dachte sie und hatte gerade keine boshafte Beschreibung im Kopf, die auch nur annähernd zu diesem veganen Drecksverein passen würden.

Hauptsache die Massen folgen.

Und sie folgen! Immer.

Veröffentlicht von Vielverwinkelte

Lyrik berührt Moderne.

24 Kommentare zu „7am 7-ten – Yam Yam

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