Junges Leben

Sämtliche Jungen aller Spezies besitzen diesen eigentümlichen Zauber. Junges Leben ist wahrlich bezaubernd, weil es noch so unbeholfen und neu in der Welt ist. Wenn der moralische Begriff des Guten irgendeinen rationalen Sinn enthält, liegt dieser genau dort verankert. Im Glänzen dieser jungen Augen, die alles zum ersten Mal erblicken. In den Proportionen, der hohen Stirn, kurzen Gliedmaßen und zu großen Köpfen. In allem was für das Leben gemacht, aber noch nicht bereit dafür ist, und an sämtliche unseren Instinkte appelliert es zu beschützen. Seiner manipulativen Liebenswürdigkeit, voller unverfälschtem biologischen Egoismus, die nur durch unsere Gunst überleben kann, welche all ihre Bedürfnisse durch instinktives Schreien ausdrückt. Vielleicht weil unsere größte Chance eigene Gegenwart zu verstehen darin liegt, dass wir im Angesichts der Anfänge des Lebens der eigenen Vergangenheit gegenüberstehen, uns selbst aus einer neuen dritten Perspektive begreifen, und eine Möglichkeit erkennen das Leben weiterzugeben, es zu bewahren, wie es uns gegeben wurde, und seinen Wert zu verstehen. In einem Moment sakraler Selbsterkenntnis, wenn uns die eigene Vergänglichkeit bewusst wird, und von diesem tiefen, tiefen Drang berührt werden, etwas von uns selbst, auf einem Kahn aus Gleichheit oder Ähnlichkeit, durch Samen und Abbilder, in die Unsterblichkeit zu retten.

4 Kommentare zu „Junges Leben

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