07: Jährlich, Schatten, Schreiten, Panzerfaust, Verständnis, Unschuldig, Gärung
Im Schatten seines Daseins überwies er die Steuernachzahlung ohne jede Regung vor dem Desktop.
Wie immer.
Jährlich.
Mit Verständnis, schließlich brachten seine Steuern doch blühende Landschaften, oder etwa nicht? Reparierte Straßen und Brücken, oder?
Stabile Werte in der Gesellschaft?
Günstige Preise im Supermarkt?
Konstante Beiträge zu was auch immer?
Er könnte ewig so weitermachen.
Die desillusionierten Antworten waren aber immer dieselben.
Nein.
Nein.
Nein.
Nein.
Und?
Nein!
Er wollte hart auflachen bei seinen bescheuerten Gedanken, doch selbst dazu war er, hier im Schatten seines Wohnwagens, zu faul.
Immerhin war es die letzte Nachzahlung für ihn. Jetzt, wo Wohnwagen und er die letzten Überlebenden der Firmenpleite waren.
Letzten und einzigen.
Grundsätzlich müsste er zum Amt schreiten, irgendwas beantragen in seiner misslichen, nicht selbstverschuldeten Lage. Aber er wusste, dass er hier nicht auf unschuldig, sondern eher auf Panzerfaust machen würde. So sehr er diese übersatten Beamten in ihrer Bräsigkeit auch verabscheute, es brauchte noch Zeit, Gärung, wenn man so wollte, damit er zu einer Entscheidung kam.
Andere Zeiten, dachte er und klappte das Technikteil zu.