In der schäbigsten Ecke des Zimmers, stecke ich meine Zigarette an und lasse meine Gedanken zwischen Raufasertapete und Raufasertapete in Rauch aufgehen, und in der Langsamkeit von Jahren als gelblicher Beschlag wie auf vergilbten Fotos einer lange vergangenen Jugend kondensieren. Die Zigarette, eine flüchtige Muse, tanzt mit ihrem nikotisierten Schleier aus Tabak und Sehnsucht zwischen meinen gelben Fingern. Ein Hauch von Glut, ein Aufbäumen des Feuers, und meine Lippen berühren die zarte Hülle der Zigarette, und ihr Kamishibai lässt Fabelwesen aus blauem Dunst in den Himmel steigen.
Die Rauchfahnen verweben das Unausgesprochene melancholisch mit dem Äther der Zweizimmerwohnung und jeder Zug wird zu einem kurzatmigen Vers, den ich nicht verstehe. Die Glut am Ende der Zigarette ist wie ein Leuchtturm in der Dunkelheit, der Rauch, ein flüchtiges Kunstwerk, verblasst im Nichts und trägt die Gedanken auf Blausäure-Schwingen.
So raucht der Dichter seine Gedanken in den nächtlichen Himmel, und die Zigarette wird zum Stift, der die Geschichten der Dunkelheit auf unsichtbare Seiten schreibt. Zeitlos giftiger Atem eines aus Kulturgift beschworenen Drachen und ich schwelge in poetischer Selbstzerstörung, in meinem Krebstod für die Profite der Tabaklobby wie Jesus am Kreuz.