George Clooney und ich adipös im Hamam. III 

George spricht nicht. Ich weiß noch nicht, wie ich das finden soll, denn er sieht durchaus gut aus. Er zeigt mir mit seinem Körper, wie ich mich auf die sehr warme, feuchte Marmorplatte legen soll. Ein pornöses Gefühl. George, ich und diese feuchte Liege. Zuerst auf den Bauch und da ich meinen Hintern ziemlich geil finde, freue ich mich diebisch, dass er zumindest zu Beginn einen guten Eindruck von mir bekommt.

Also bevor ich mich umdrehe.

Anfangs renkt er alle meine Gelenke ein und ich finde es unglaublich schade, dass der weibliche Intimbereich keine Gelenke hat, denn er berührt mich auf eine unglaublich schöne Art und Weise.

Respektvoll, männlich. Erotisch.

Anfangs will ich ihm helfen und reiche ihm in seiner Reihenfolge meine Gelenke und somit Körperteile. Das findet er, -ganz Gentlemen- gar nicht gut und zeigt mir, dass ich einzig die Aufgabe habe mich zu entspannen.
Wobei er ja nicht verbal kommuniziert hat, vielleicht hat er mir ja aufgrund meines grandiosen Hinterns auch einen Heiratsantrag gemacht. Wer wusste das schon. Ich jedenfalls nicht.

Davon mal ab, bin ich sehr glücklich mit dem Mann verheiratet, der wahrscheinlich wie ein Baby auf seiner Liege eingeschnubbelt ist. Ich gönne ihm den Scheiße schmeckenden Tee und konzentriere mich auf meinen George.

Als letztes klettert er mit auf diesen heißen Stein, seine Hände verschmelzen mit meinen und ich denke ausschließlich an richtig guten Sex.

Er renkt irgendwas ein, was ich in und oder an meinem Körper nicht kenne.
Gott, ist das erotisch. Er macht weiter und ölt meinen Körper ein, wäscht mich, macht Voodoo. Ich genieße, mehr kann ich nicht tun. Nach einer gefühlten Ewigkeit soll ich mich umdrehen.

Alles oder nichts, denke ich und ziehe mein Bauchfett ein und drehe mich lächelnd um, da es jetzt irgendwie egal ist. Ich bin zu 98% nackt, hab aufgrund meines Hinterns eh einen Antrag bekommen und will, dass dieses Hamamgefühl mit George nicht mehr aufhört. Ich habe keine Ahnung, was er alles mit meinem Körper macht, verstehe aber mehr und mehr, warum mein Mann so tiefenentspannt aus diesen Raum kam.

Ich werde mit heißem Wasser geflutet, er schnipst mit seinen Fingern an meinen Fingern, Ohren, Kopf. Er massiert ALLES! Ich denke mittlerweile, ganz nackt wäre auch okay gewesen und frage mich, ob es schon dunkel draußen ist.

Ganz zum Schluss zieht er mich zu sich hoch, wäscht mir wie einem kleinen Mädchen die Haare. Sehr sanft, sehr liebevoll. Ich weigere mich aus zwei Gründen meine Augen zu öffnen:
1. Mein Bauch rollt sich leicht über meinen String, ich sage immer liebevoll, dass mein Bauch den String einfach gefressen hat und ich mich unschuldig fühle.
2. Ich habe die irrwitzige Idee, dass alles vorbei ist, wenn ich luchse.

Ich merke, dass das Ritual dennoch sein Ende findet und öffne wiederwillig meine Augen. Ich strahle ihn an. Wahrscheinlich sehe ich einmal in meinem Leben voll niedlich aus, denn er grinst ebenfalls wie ein angegeilter Mann und küsst meine Stirn, bevor er mich zu meinem Mann bringt.

Ob der Kuss auf die Stirn der zweite Antrag war, frage ich mich und gehe verträumt aus diesem orientalischen Märchen.

The noch nicht End.

Veröffentlicht von Vielverwinkelte

Lyrik berührt Moderne.

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