George Clooney und ich adipös im Hamam. II

Also ich warte mir nen Wolf und meine Gedanken fokussieren sich lediglich auf mein eventuelles Nacktsein vor dem orientalischen George. Eine Stunde vergeht und mir ist mittlerweile

– übel
– kalt
– stressbedingter Harndrang

Und ich merke, dass mich das Klingklangklung Radio nicht mehr glücklich macht. Abhauen geht nicht, wir sind verheiratet. Ich trinke schnell den scheiße schmeckenden Tee aus, der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mal irgendein Gerümpel auf ner Wiese war und stelle mich den eiskalten Tatsachen. Ich löse den Gürtel meines Bademantels und mache ihn schnell wieder zu und beginne von vorn. Damit der zweite Versuch der Bessere wird, ziehe ich meinen Bauch soweit ein, dass Atmen ausgeschlossen ist und löse erneut den Gürtel …

Yeahhhhh, viel besser. Nur weiß ich sehr genau, dass ich das keine Stunde durchhalte. Also das Luftanhalten. Einen Trost gibt es, ich liege ja auf den Rücken. Das Gute am Fett ist, dass es sich proportional im Liegen wesentlich besser verteilt als im Stehen oder im Sitzen. Ich bin krass mit mir selber beschäftigt, als mich mein Mann erschreckt. Er steht auf einmal, ebenfalls in einem weißen Bademantel, vor mir und schaut mich an als hätte er Sex gehabt.

Ohne mich. Ich bin ja gestresst. Er definitiv nicht.

Ohne Euch Bescheid zu sagen habe ich meinen BH hinter mir gelassen, ich fühle mich verrucht und folge Georges Lockruf. Mein String bleibt aber an. Frau von Welt ist anständig.

Solange es hell ist.

Es war noch hell. Verdammt.

Ich betrete also den Raum mit den vielen Sternen in schwarz, ziehe meinen Bauch so gut es geht ein und kann aufgrund dessen nur noch quietschend antworten. George zwinkert mir verschwörerisch zu und nimmt mir wie im Porno den Bademantel ab. Ich lasse es geschehen und fühle mich so 98% nackt ziemlich Frau.

Notfalls könnte ich ja schreien, denn mein entspannter Ehemann liegt Luftlinie fünf Meter von mir entfernt. Wobei es irgendwie nicht so aussah, als würde er zu Hilfe kommen, so es denn sein müsste.

Okay, es ist mein Schicksal denke ich und schaue George so erotisch ich kann an.

CS III (Kein Rätsel)

Veröffentlicht von Vielverwinkelte

Lyrik berührt Moderne.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: